von lif 07.05.2026 09:34 Uhr

Gewerkschaft trauert um Josef Perkmann

Die Gewerkschaften AGB/CGIL und die Rentnergewerkschaft LGR/SPI trauern um Josef Perkmann. Der „MauerspringerW, wie er genannt wurde, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Er gilt als eine der großen Persönlichkeiten der Südtiroler Gewerkschaftswelt.

Symbolbild von NoName_13 auf Pixabay

Perkmann gehörte 1973 zu den ersten deutschsprachigen Genossen, die mit Unterstützung von Marco Garau in die CGIL eintraten. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, die Gewerkschaft zu einer zunehmend interethnischen Bewegung zu machen. Als Freund von Alexander Langer zu Zeiten der Zeitschrift „Die Brücke“ war er einer der wenigen, der die ethnischen Mauern in Südtirol überschritt. Bald wurde er erster deutschsprachiger Co-Sekretär der CGIL, die sich von da an CGIL/AGB nannte.

Vom Mauerspringer zum Brückenbauer

Als Verfechter pazifistischer, antifaschistischer und antinazistischer Positionen organisierte Perkmann an der Universität Wien und später in Padua Studenten aus verschiedenen Bundesländern – darunter auch Tiroler. In Wien knüpfte er Kontakte zu den jungen Sozialisten rund um Bruno Kreisky. Er erzählte, dass „wir Tiroler“ damals wenig Beachtung gefunden hätten und als „provinzielle Konservative“ abgestempelt worden seien.

In Padua schrieb er sich für ein Jurastudium ein. 1968 nahm er Kontakt zu „Die Brücke“ auf und trat kurz darauf der Redaktion bei. Ebenfalls in Padua wurde er Mitglied der PCI und der CGIL. Sein Jurastudium brach er ab, als ihm nur noch drei Prüfungen fehlten – die CGIL hatte ihm eine Stelle im Streitfragenbüro angeboten. Erst mit 60 Jahren sollte er sein Studium schließlich abschließen.

Treuer Begleiter der CGIL

Verschiedene Vertreter der SVP nahmen über die Jahre Kontakt zu Perkmann auf, doch er blieb der CGIL treu. Dort betreute er Textilarbeiter, Chemiker und Drucker. Eng befreundet war er mit Bruno Trentin, den er gemeinsam mit Günter Rauch im Sommer regelmäßig in Innichen traf.

In den 80er-Jahren sammelte er auch politische Erfahrungen, beendete diese Tätigkeit aber 1985. Er arbeitete in der Folge im Bank- und Versicherungssektor. Im Ruhestand trat er der Rentnergewerkschaft LGR/SPI bei und wurde in deren Vorstand aufgenommen.

Gemeinsam mit Günter Rauch verfasste Perkmann das Buch „Vergessene Geschichte. Die Zerschlagung der Südtiroler Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg“ sowie weitere Publikationen zur Arbeitswelt. Sein letztes Engagement galt der Organisation einer Tagung mit dem Seniorenverband im März in Lana.

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