von mmh 03.05.2026 10:56 Uhr

Razzia in Tiroler Hotel: Verdacht auf Menschenhandel

Die Finanzpolizei hat bei einem Tiroler Hotel illegale Beschäftigung und mutmaßlichen Menschenhandel aufgedeckt. Auslöser war eine anonyme Anzeige über die unerlaubte Beschäftigung brasilianischer Staatsangehöriger in einem Betrieb im Bezirk Landeck. Es folgten mehrere Anzeigen und Geldstrafen für den Arbeitgeber in Höhe von rund 40.000 Euro. Außerdem wird wegen Verdachts auf Unterentlohnung ermittelt, teilte das Finanzministerium am Sonntag mit.

APA/THEMENBILD

Nach der anonymen Anzeige führte die Finanzpolizei Ende Februar im angezeigten Hotel eine umfassende Beschäftigungskontrolle durch. Dabei versuchten zwei Personen, sich noch auf der Toilette und im Waschraum zu verstecken. Insgesamt trafen die Beamten acht Arbeiterinnen und Arbeiter an, die nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren.

Acht Personen festgenommen

Bei der gemeinsamen mit der fremden- und grenzpolizeilichen Einheit PUMA der Landespolizeidirektion Tirol durchgeführten Kontrolle stellte sich heraus, dass die nötigen Papiere nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz gänzlich fehlten. Acht Personen wurden daher wegen illegalen Aufenthalts im Bundesgebiet festgenommen.

Nur ein Dienstnehmer, der bei der Kontrolle angetroffen wurde, war ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet. In Summe hatte der Hotelbetreiber nur vier Beschäftigte tatsächlich angemeldet.

In der Befragung durch das Landeskriminalamt Tirol gaben die Betroffenen zunächst noch an, sich als Urlauber im Beherbergungsbetrieb aufzuhalten. Wenig später erklärten sie jedoch, bereits in Brasilien gezielt für die Arbeit hier angeworben und vom Hotelbetreiber illegal beschäftigt worden zu sein. Damit habe sich neben dem Verdacht auf gewerbsmäßige Schwarzarbeit auch jener erhärtet, dass die Brasilianerinnen und Brasilianer Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung wurden.

Zahlreiche Anzeigen und Geldstrafe

Im Zuge einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger als Beweismittel sichergestellt sowie ein weiterer Brasilianer in der Hotelküche angetroffen. Auch für ihn gab es weder eine Bewilligung für die Beschäftigung noch eine Sozialversicherungsanmeldung.

Von der Finanzpolizei folgen nun Anzeigen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, dem allgemeinen Sozialversicherungsgesetz und dem Arbeitszeitgesetz. In Summe erwarten den Arbeitgeber Strafen von rund 40.000 Euro. Auch wird wegen des Verdachts auf Unterentlohnung ermittelt. Zu klären sei auch, wie die Bezahlung der Arbeiterinnen und Arbeiter erfolgte. Anzeigen und Kontrollmitteilungen an das Finanzamt und die Finanzstrafbehörden sowie an die ÖGK folgen, hieß es weiters. Das Landeskriminalamt Tirol erstattet außerdem Anzeige an die Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Organisierten Schwarzarbeit sowie der Ausbeutung eines Fremden.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erklärte in der Aussendung: „Diejenigen, die andere ausbeuten und nicht ihre Abgaben zahlen, dürfen nicht ungeschoren davonkommen. Denn es gilt, was immer gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug.“

apa

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