von mmh 30.04.2026 13:34 Uhr

Umweltverband verteidigt Brenner-Blockade gegen massive Kritik

Der geplante Protest gegen den zunehmenden Verkehr auf der Brennerachse sorgt für heftige Diskussionen über die Landesgrenzen hinaus. Während der Bürgermeister von Gries am Brenner ein drastisches Zeichen setzt, stellt sich der Dachverband für Natur- und Umweltschutz demonstrativ hinter die Aktion.

Bild: APA/THEMENBILD

Für den 30. Mai ist von 11.00 bis 17.00 Uhr eine vollständige Blockade der Brennerautobahn, der Staatsstraße sowie der Straße über Ellbögen vorgesehen. Die siebenstündige Sperre wurde laut Angaben genau geplant und von der Gerichtsbehörde genehmigt. Ziel ist es, auf die zunehmende Verkehrsbelastung auf der Nord-Süd-Achse aufmerksam zu machen.

Kritik aus Südtirol und klare Worte des Dachverbandes

Die Reaktionen aus Südtirol fallen deutlich kritisch aus. Politiker und Vertreter der Wirtschaft warnen vor massiven Folgen. Landeshauptmann Arno Kompatscher soll sogar bis nach Wien und Rom interveniert haben. Eine siebenstündige Sperre würde die Südtiroler Wirtschaft „ins Mark treffen“, heißt es.

Beim Dachverband für Natur- und Umweltschutz stößt diese Kritik auf Unverständnis. Präsidentin Elisabeth Ladinser findet klare Worte: „Da kann man nur den Kopf schütteln. Wo bleiben der EUREGIO-Gedanke, die staatsgrenzenüberschreitende Zusammenarbeit und historische Verbundenheit, die die Landesregierung bei Sonntagsreden so gerne hervorhebt?“

Gesundheit, Sicherheit und Alternativen im Fokus

Der Dachverband betont die gemeinsame Betroffenheit entlang der Brennerroute. Die Belastung durch den Verkehr treffe die Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze gleichermaßen. „Bürgermeister Mühlsteiger stellt sich schützend vor seine Bürgerinnen und Bürger“, sagt Vizepräsident Peter Gasser und kritisiert die Reaktionen aus Südtirol.

Auch Sicherheitsbedenken weist die Organisation zurück. Die Sperre sei frühzeitig angekündigt, Noteinsätze könnten passieren und die Behörden hätten ausreichend Zeit, den Verkehr zu lenken.

Ein weiterer Punkt: Die Bahn ist von der Blockade nicht betroffen. Der Dachverband sieht darin auch eine Chance zum Umdenken. „Vielleicht überlegt der eine oder andere Gast, mit der Bahn anzureisen“, so Ladinser. Mit Blick auf die Klimaziele sei es ohnehin notwendig, das Auto künftig öfter stehen zu lassen.

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