Seniorenheime: Tarife steigen dreimal so stark wie die Inflation

Während die Inflation seit Jänner 2024 bei rund 3,3 Prozent lag, stiegen die Tarife für ein Einzelzimmer im selben Zeitraum um 13,3 Prozent. Von durchschnittlich 58,64 Euro im Jahr 2024 auf 66,43 Euro im Jahr 2026. Allein durch die Erhöhungen der vergangenen zwei Jahre entstehen Betroffenen durchschnittlich über 2.800 Euro Mehrkosten pro Jahr, so der Verbraucherschutzverein.
Dazu kommen erhebliche Unterschiede zwischen den Einrichtungen: Die günstigsten Heime verlangen zwischen 48 und 62 Euro pro Tag, die teuersten bis zu 81 Euro. Die Differenz beträgt bis zu 32 Euro täglich, was hochgerechnet fast 12.000 Euro pro Jahr sind.
Am stärksten gestiegen sind die Tarife im Hartmannsheim Brixen (+29 Prozent, aktuell 77,90 Euro), im Seniorenwohnheim Ulten/St. Walburg (+29 Prozent) und im Haus Eiseck Klausen (+27 Prozent). Am stabilsten blieben die Einrichtungen in Bozen: Das Firmian etwa hielt den Tarif bei 53,00 Euro ohne jede Erhöhung.
Robin fordert Konsequenzen
„Hier läuft etwas grundlegend schief. Während Pensionen und Einkommen kaum mit der Inflation Schritt halten, steigen die Heimtarife in einem Ausmaß, das viele Familien an ihre Grenzen bringt“, warnt Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus. Immer mehr Familien würden aus finanziellen Gründen überlegen, Angehörige in günstigere Einrichtungen zu verlegen – teils außerhalb des gewohnten Umfelds.
Robin fordert mehr Transparenz in der Kostenstruktur, eine klare Trennung von Betriebs- und Investitionskosten sowie ein sozial ausgewogenes Finanzierungssystem. „Pflege darf keine Frage des Geldbeutels werden“, so Andreaus.






