Wirbel in Volksschule: Klassen sollten nach Religion getrennt werden

Die Idee wurde bereits an Eltern kommuniziert – und löste prompt Kritik aus. Eine Mutter wandte sich an die „Salzburger Nachrichten“. Bildungsdirektor Rudolf Mair griff ein und stoppte das Vorhaben.
Plan sollte mehr Religionsunterricht ermöglichen
Die Direktorin begründete ihre Überlegungen mit sinkenden Zahlen katholischer Kinder. Würden diese auf mehrere Klassen verteilt, wäre laut ihrer Aussage nur noch eine Religionsstunde pro Woche möglich. Vor allem im Hinblick auf die Erstkommunion sei das zu wenig, da der notwendige Stoff nicht ausreichend vermittelt werden könne.
Zugleich betonte sie, dass auch Kinder anderer Glaubensrichtungen profitieren sollten. Durch eine entsprechende Einteilung hätte man für mehrere Religionen jeweils zweistündigen Unterricht am Vormittag anbieten können. Andernfalls würden sich viele Kinder vom Religionsunterricht abmelden, wenn dieser nur am Nachmittag stattfindet.
Den Vorwurf, sogenannte „Ausländerklassen“ zu schaffen, wies die Direktorin zurück. In der betroffenen Klasse hätten viele Kinder die österreichische Staatsbürgerschaft und würden perfekt Deutsch sprechen.
Bildungsdirektion schreitet ein
Bildungsdirektor Rudolf Mair zeigte sich überrascht über den Plan und erteilte eine klare Weisung: Eine Klasseneinteilung nach religiösem Bekenntnis werde es nicht geben. Zwar liege die Organisation grundsätzlich bei der Schulleitung, diese müsse sich jedoch im rechtlichen Rahmen bewegen.
Mair betonte, dass eine solche Trennung nicht mit den Grundsätzen einer inklusiven Gesellschaft vereinbar sei. Ziel müsse es sein, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion gemeinsam lernen. Gerade im jungen Alter sei es wichtig, den Umgang miteinander zu fördern.
Als Alternative brachte er einen Ethikunterricht ins Spiel. Dieser könnte parallel zum Religionsunterricht für jene Kinder angeboten werden, die keinen konfessionellen Unterricht besuchen. Dafür wäre allerdings eine gesetzliche Grundlage notwendig.
Hintergrund: steigende Schülerzahlen
Die Situation an der Schule ist auch organisatorisch herausfordernd. Die Zahl der Schüler steigt weiter an – im Herbst sollen es rund 220 Kinder sein. Neben mehreren ersten Klassen gibt es auch eine Vorschul- sowie eine Deutschförderklasse.
Ein Problem sei laut Direktorin zudem die Betreuung jener Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Hier fehle es an Personal.
Trotz dieser Herausforderungen ist klar: Eine Trennung nach Religion wird es an der Volksschule Liefering I nicht geben.






