von lif 21.04.2026 14:36 Uhr

Was Südtirols Arbeitnehmer belastet

Welche sind die größten Ängste, die Südtirols Arbeitnehmer derzeit plagen? Und was sind die Themen, die Südtirol bewegen? Mit diesen Fragen hat das AFI | Arbeitsförderungsinstitut Südtirols lohnabhängig Beschäftigte bereits im Sommer 2023 – also im Vorfeld der letzten Landtagswahlen – konfrontiert. Nun, bei nahezu Halbzeit der laufenden Legislatur, wurden sie ein weiteres Mal gestellt.

Bild: APA/dpa

Die Hauptsorgen der Südtiroler Arbeitnehmer konzentrieren sich auch 2026 auf zwei Aspekte: die berufliche Zukunft der eigenen Kinder (bzw. der Jugend im Allgemeinen) und die Altersrente. „Beide Aspekte waren auch bereits im Sommer 2023 ganz vorne gereiht“, informiert AFI-Direktor Stefan Perini, „allerdings in umgekehrter Reihenfolge“. 

Etwas abgeschlagen folgt eine Vierergruppe weiterer Ängste: Die Sorge, nicht genügend Geld zum Leben zu haben oder in Notlagen keine ausreichende öffentliche Unterstützung zu erhalten. Auch der Wertverlust der eigenen Ersparnisse und die Befürchtung, im fortgeschrittenen Alter dem Berufsalltag nicht mehr gewachsen zu sein, beschäftigen die Menschen. „Dies ist nicht irrelevant“, sagt Perini, „zumal das steigende durchschnittliche Alter der Erwerbstätigen impliziert, dass wir in Zukunft mit immer älteren Belegschaften konfrontiert sein werden. Umso wichtiger ist es, eine hohe Qualität der Arbeitsbedingungen anzustreben, zum Beispiel durch Minimierung der Stressfaktoren, aber auch die eigene Beschäftigungsfähigkeit durch lebensbegleitendes Lernen hochzuhalten.“ Auf den hinteren Plätzen des „Sorgen-Rankings“ rangieren – wie übrigens im Sommer 2023 auch – die Befürchtung, Opfer eines Arbeitsunfalls bzw. arbeitslos zu werden, berichtet das AFI.

Die prioritären Themen für Südtirol

Während bei den persönlichen Ängsten vieles beim Alten blieb, sind die gesellschaftlichen Themen, die für Südtirol als wichtig erachtet werden, heute durchaus anders priorisiert als noch Mitte 2023.

Auf Platz eins rangiert nun das Thema Inflation und Lebenshaltungskosten, mit einer durchschnittlichen Bewertung von 7,09 (die Skala reicht von null – „unbedeutend“ – bis zehn – „extrem bedeutend“). Die hohe Priorisierung lässt sich mit dem aktuellen Konflikt im Iran und den steigenden Inflationsrisiken erklären. Im Sommer 2023 belegte dieser Themenkomplex noch Platz drei.

Etwas abgeschlagen folgt nun eine „Fünfergruppe“. Der Themenkomplex Gesundheit, Sanität, Hausärztemangel ist nach wie vor hoch angesiedelt, aber nicht mehr wie im Sommer 2023 Spitzenreiter. Klima und Umwelt fallen von Platz zwei auf nunmehr Platz drei zurück. Zu den „Aufsteigern“ zählen drei weitere Themen: Steuern und Bürokratie (+ drei Plätze gegenüber 2023), Wohnen (+ vier Plätze) und Kriminalität und Gewalt in den Städten (+ sieben Plätze).

Zwar erzielen auch die übrigen Themen in der Einschätzung hohe Durchschnittswerte, sie rangieren jedoch deutlich hinter den sechs genannten Schwerpunkten. Als klare „Absteiger“ auf der Prioritätenliste der Südtiroler Beschäftigten erweisen sich diesmal zwei Bereiche: Arbeitsmarkt/ Fachkräftemangel sowie Bildung/ Ausbildung. 

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