von mmh 17.04.2026 15:37 Uhr

Neues Zuhause für Tiroler Kulturschätze: Weiler-Fresken gehen nach Erl

Zwei Fresken des bekannten Tiroler Malers Max Weiler übersiedeln aus einem Innsbrucker Depot nach Erl. Dort werden die Kunstwerke im Festspielhaus der Tiroler Festspiele Erl und der dazugehörigen Künstlerresidenz eine neue Heimat finden. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 160.000 Euro, ab Herbst sollen die Werke schließlich der Öffentlichkeit zugänglich sein, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Der Weg bis dahin ist aber beschwerlich.

APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Das Ausmaß der Werke ist nämlich durchaus beachtlich, wie die Projektverantwortlichen verlautbarten: Mit je 28 Metern Länge und drei Metern Höhe sind sie mehr als nur raumfüllend. Zudem wiegen sie insgesamt etwa 30 Tonnen. In Erl muss zum „Einbau“ im Festspielhaus zudem eine Glasfassade zur Hälfte abmontiert werden. Der Transport auf den Tiroler Straßen via Lkw ist außerdem aufwendig, vor Ort in Erl kommen noch logistische und statische Arbeiten mit hinzu.

Ein Kraftakt also, dessen Kosten sich derzeit nur schätzen lassen, wie Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) auf Nachfrage sagte. Die das Gesamtprojekt betreffenden, geschätzten Kosten setzten sich aus Abbau, Transport und Restaurierung zusammen. Den Löwenanteil davon macht übrigens die Restaurierung aus, die wohl rund 120.000 Euro kosten werde, sagte Anzengruber. Diese werde größtenteils Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner, das Land Tirol und zu einem kleinen Teil die Stadt Innsbruck übernehmen. Die Stadt Innsbruck überlässt die Fresken den Festspielen Erl im Rahmen einer Leihgabe auf 50 Jahre. Der dazugehörige Vertrag wurde am Freitag unterzeichnet.

Kein Platz in Innsbruck gefunden

Die Leihgabe sei jedenfalls gut investiertes Geld, wie der Innsbrucker Bürgermeister bei dem Pressegespräch befand: „Die beiden Weiler-Fresken gehören zu den größten Schätzen der Stadt.“ Diese lagen übrigens seit dem Abriss der Innsbrucker Stadtsäle 2015 „zerlegt“ in einem Depot des Stadtmuseums/Stadtarchivs am Stadtrand der Landeshauptstadt. Ein anderer, würdigerer Platz dafür habe sich trotz intensiver Bemühungen in Innsbruck nicht finden lassen, sagte Anzengruber: „Den idealen Standort gab es leider nicht.“ Einen solchen habe man nunmehr aber endlich in Erl und den Festspielen gefunden: „Ein Ort, an dem Kultur stattfindet, ist ein guter Standort dafür.“

Diesem Befund schloss sich naturgemäß auch Festspielpräsident Haselsteiner an. „Eines der Fresken wird im Festspielhaus die Menschen in den Kunstgenuss hineinbegleiten“, sagte er. Auch die sich gerade im Bau befindliche, zweite Künstlerresidenz unweit des Festspielhauses sei ideal. Räumlich finde das Kunstwerk seinen optimalen Platz mit einem eigenen Weiler-Saal, verlautbarte Haselsteiner. Die Räumlichkeiten in Erl brächten jedenfalls die notwendige Dimension mit, ließ er wissen.

Keine Fragen nach Kosten und Statik

Mit diesen massiven Kunstwerken des Tiroler Künstlers erhalte „das Gesamtkunstwerk Erl noch eine weitere Bereicherung“, sagte schließlich der Vorsitzende des Kuratoriums der Landesgedächtnisstiftung Herwig van Staa. Dass die Wandfriese endlich eine passende, neue Heimat gefunden hätten, läge auch daran, dass Haselsteiner denkbar unkompliziert gewesen sei: „Die sonstigen Fragen nach Kosten und Statik gab es bei ihm nicht.“ Die Übersiedlung der Fresken und deren Restaurierung sei nunmehr ein gemeinsamer Akt, bei dem auch das Bundesdenkmalamt mit an Bord sei, so der Tiroler Altlandeshauptmann und Innsbrucker Ex-Stadtchef.

„Schatzmeister“ und Leiter des Stadtarchivs/Stadtmuseums, Lukas Morscher, wiederum betonte die kleinteilige Arbeit, die mit dem „Aufstellen“ der Friese in Erl verbunden sei. Eines davon sei in sechs Teilen in „seinem Depot“ gelegen, was wiederum bedeute, dass es vor Ort in Erl „auf jeden Millimeter ankommt, damit „das Auge nicht darüber stolpert“, so Morscher.

apa

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