Drogen-Drama in Innsbruck: Wieder stirbt ein junges Mädchen

Mehrere junge Opfer – Verbindung innerhalb einer Clique
Der Fall ist kein Einzelfall: Bereits zuvor waren zwei Mädchen im Alter von 13 und 16 Jahren sowie zwei junge Männer (24 und 28 Jahre) gestorben. Laut dem ärztlichen Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz, Klaus Kapelari, kannten sich die betroffenen Mädchen. „Alle drei Mädchen haben sich gekannt. Sie waren in der gleichen Clique.“
Die Gruppe sei auch in Polizeikreisen für exzessiven Drogenkonsum bekannt.
Ob die 14-Jährige tatsächlich an den Folgen von Suchtgift gestorben ist, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Obduktion wurde angeordnet, ein Ergebnis wird erst in einigen Wochen erwartet. Grund dafür ist eine umfangreiche toxikologische Untersuchung, die notwendig ist, um die tödlichen Substanzen eindeutig festzustellen.
Jüngstes Opfer erst 13 Jahre alt
Die tödliche Serie begann am 28. Februar. Zuerst starb eine 16-Jährige, wenig später ein Bekannter von ihr. Kurz darauf folgte der Tod eines 28-jährigen Innsbruckers. Am 10. März kam eine 13-Jährige ums Leben, die mit der 16-Jährigen befreundet war. Sie hatten sich erst im Winter in der Haller Psychiatrie kennengelernt.
Im Fall der 13-Jährigen ist die Ursache bereits geklärt: Laut Untersuchung starb sie nach dem Konsum mehrerer Substanzen, darunter Kokain, Opiate und Psychopharmaka.
Mädchen gezielt in Abhängigkeit gedrängt
Kapelari zeichnet ein düsteres Bild der Szene: Mädchen würden gezielt von älteren Männern und Burschen mit Drogen versorgt und in Abhängigkeiten gebracht. Anfangs würden die Suchtmittel günstig abgegeben, später müssten die Opfer dafür Gegenleistungen erbringen.
„Zuerst erhalten die Opfer günstig Drogen, dann werden dafür einschlägige Fotos verlangt“, so Kapelari. In weiterer Folge seien auch sexuelle Gefälligkeiten notwendig, wenn sich die Mädchen den steigenden Drogenkonsum nicht mehr leisten könnten.
Teilweise würden so große Mengen an Suchtgift verabreicht, dass die Betroffenen das Bewusstsein verlieren. Laut Kapelari würden zahlreiche Mädchen innerhalb dieser Gruppen systematisch ausgenutzt.
Ermittlungen schwierig – Angst vor den Tätern
Die Aufklärung gestaltet sich schwierig. Viele Opfer würden aus Angst keine Aussagen machen – aus Sorge, von der Versorgung mit Drogen abgeschnitten zu werden oder bedroht zu werden.
Als zentrale Drehscheibe für den Innsbrucker Drogenmarkt gilt weiterhin der Innsbruck Hauptbahnhof. Laut der Mutter eines der verstorbenen Mädchen seien dort rund um die Uhr gefährliche und verbotene Substanzen erhältlich.
Die Entwicklungen sorgen für große Besorgnis – vor allem, weil immer jüngere Menschen in die Szene geraten und die Zahl der Todesfälle weiter steigt.






