von ih 17.04.2026 08:12 Uhr

Care-Gipfel in Tirol: Mehr Gleichstellung gefordert

Beim Auftakt des Tiroler „Care-Gipfels“ am 16. April haben Experten und Teilnehmer deutlichen Handlungsbedarf in der Gleichstellungspolitik aufgezeigt. Ein zentraler Befund: Die Lebensrealitäten von Frauen verbessern sich nur langsam, strukturelle Veränderungen seien dringend notwendig.

Foto: Hitthaler/SPÖ

Grundlage der Diskussion ist der Tiroler Gleichstellungsbericht 2024. Dieser zeigt weiterhin große Unterschiede zwischen Frauen und Männern – etwa bei Einkommen, Arbeitsbelastung und Armutsrisiko. Frauen verdienen im Schnitt weniger, arbeiten häufiger in Teilzeit und leisten den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Laut Bericht übernehmen sie rund 81 Prozent der häuslichen Pflege und leisten mehr als doppelt so viel unbezahlte Arbeit wie Männer.

Organisiert wurde der Gipfel von den SPÖ-Frauen gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Gewerkschaft sowie Partnerorganisationen wie dem AMS und „Frauen im Brennpunkt“. Die große Beteiligung aus dem Publikum verdeutlichte die Relevanz des Themas. Diskutiert wurden unter anderem verpflichtende Väterkarenz, Kinderbetreuung, Arbeitszeitmodelle und die gerechtere Verteilung von Arbeit.

SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim betonte, dass Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen unverzichtbar seien, jedoch weiterhin benachteiligt würden. Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss verwies darauf, dass die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ein zentraler Faktor für fehlende Gleichberechtigung sei.

Einigkeit herrschte darüber, dass traditionelle Rollenbilder aufgebrochen werden müssen. Gefordert wurden unter anderem Reformen in der Kinderbetreuung und Pflege sowie eine gerechtere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Ziel sei ein selbstbestimmtes Leben für Frauen – auch als wichtiger Beitrag zum Gewaltschutz.

Der Care-Gipfel soll in den kommenden Monaten mit weiteren Veranstaltungen in den Tiroler Bezirken fortgesetzt werden.

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