von mmh 17.04.2026 17:20 Uhr

Betrug bei Zweisprachigkeitsnachweisen- Neue Arbeitsgruppe soll alles aufklären

Die Südtiroler Landesregierung reagiert auf Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Zweisprachigkeitsnachweisen und hat am Freitag eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt. Ziel ist es, die aufgetretenen Unregelmäßigkeiten umfassend zu analysieren und künftigen Missbrauch zu verhindern.

(Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft nach Meldungen des zuständigen Landesamtes Ermittlungen aufgenommen. Laut Landesverwaltung wurden nach Bekanntwerden der ersten Verdachtsmomente umfassende Kontrollen durchgeführt. Dabei seien weitere Unregelmäßigkeiten entdeckt und ebenfalls gemeldet worden. Seither arbeite man eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um alle Vorfälle vollständig aufzuklären.

Neue Arbeitsgruppe soll System verbessern

Die nun eingesetzte Arbeitsgruppe soll die bekannten Fälle im Detail untersuchen und darauf aufbauend ein verbessertes Frühwarn- und Kontrollsystem entwickeln. Gleichzeitig wird der Fokus auch auf die Zukunft gelegt: Es sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden, wie Bewerber beim Erwerb der notwendigen Sprachkompetenzen für den öffentlichen Dienst stärker unterstützt werden können.

Landeshauptmann Arno Kompatscher betont dabei die klare Linie der Landesregierung: „Am Grundprinzip der Zweisprachigkeitsprüfungen wird nicht gerüttelt. Es geht darum, Missbrauch zu verhindern und den Spracherwerb zum Zwecke des Einstiegs in den öffentlichen Dienst zu verbessern und zu fördern.“

Kontrollen und Prüfverfahren im Überblick

Das bestehende Kontrollsystem basiert vor allem auf der Überprüfung eingereichter Unterlagen. Dabei werden Aspekte wie Vollständigkeit, Stempel, Unterschriften, Identifikationsnummern und institutionelle Logos genau geprüft.

Bei Zweifeln wird über die Freie Universität Bozen ein Gutachten des Sprachenzentrums eingeholt, um die mögliche Anerkennung eines Zertifikats zu klären. Zusätzlich erfolgt eine Überprüfung der Echtheit über offizielle Portale der jeweiligen Zertifizierungsstellen oder durch direkten Kontakt mit den ausstellenden Institutionen.

Mit der neuen Arbeitsgruppe will das Land nun sicherstellen, dass das System weiter verbessert und mögliche Schlupflöcher frühzeitig erkannt werden.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite