SHB: Kritik an Autonomiereform und Ehrung für Maya Mair

SHB-Obmann Roland Lang eröffnete die Versammlung und erinnerte in einer Gedenkminute an verstorbene Freiheitskämpfer sowie an Persönlichkeiten, die sich für Tirol eingesetzt haben. In seiner Ansprache betonte Lang die zentrale Rolle der Freiheitskämpfer bei der Entstehung des sogenannten Südtirol-Pakets im Jahr 1969. Ohne deren Einsatz wäre es laut Lang nie zu dieser politischen Lösung gekommen.
Deutliche Kritik äußerte der Obmann an der aktuellen Autonomiereform. Diese schwäche seiner Ansicht nach den Minderheitenschutz und bringe Südtirol keine echten Fortschritte. Wichtige Themen wie Steuerhoheit, Schutz der Ortsnamen oder stärkere Kompetenzen in zentralen Bereichen seien unberücksichtigt geblieben.
Historische Einblicke lieferte Sprachwissenschaftler Cristian Kollmann in seinem Vortrag über den Bozner Talferpark. Er zeichnete die Entwicklung des Gebietes bis ins 15. Jahrhundert nach und zeigte auf, wie historische Strukturen während der faschistischen Umgestaltung weitgehend zerstört wurden.
Auch internationale Verbindungen wurden thematisiert: Der Andreas Hofer Bund Deutschland berichtete über seine Tätigkeit und die Bedeutung der Aufklärungsarbeit über Südtirol im deutschsprachigen Raum.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Ehrung von Maya Mair. Die Zeitzeugin wurde für ihren Einsatz in einer politisch schwierigen Phase Südtirols gewürdigt. Sie hatte sich unter anderem für Familien von Freiheitskämpfern engagiert und war selbst Repressionen ausgesetzt.
In einem weiteren Referat kritisierte Stefan Zelger von der Süd-Tiroler Freiheit die aktuelle politische Lage.
Er sprach von einer schleichenden Aushöhlung der Autonomie und nannte konkrete Problemfelder wie Sprachregelungen, Gesundheitswesen und Zuwanderung.
Nach einer lebhaften Diskussion endete die Versammlung mit Dankesworten an die Referenten und Teilnehmer sowie mit der Landeshymne.






