von ih 13.04.2026 18:00 Uhr

Niedersächsische Delegation zu Besuch in Südtirol

Eine Delegation des Unterausschusses „Tourismus“ des Niedersächsischen Landtages hat am Montagvormittag den Südtiroler Landtag besucht. Landtagspräsident Arnold Schuler empfing die Gäste aus Deutschland zu einem intensiven Austausch über parlamentarische Abläufe und die Tourismuspolitik in Südtirol.

Der Unterausschuss „Tourismus“ des Niedersächsischen Landtages im Plenarsaal des Südtiroler Landtages: in der Mitte Präsident Arnold Schuler, neben ihm Honorarkonsulin Schweitzer und Ausschussvorsitzender Miesner. - Foto: Südtiroler Landtag.

Geleitet wurde die Delegation vom Ausschussvorsitzenden Axel Miesner. Begleitet wurden die Abgeordneten aus den Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen von Natalie Schweitzer, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in der Region Trentino-Südtirol.

Im Mittelpunkt des Treffens stand zunächst die Funktionsweise des Südtiroler Landtages. Schuler erläuterte den Gästen die parlamentarischen Strukturen, die Zusammensetzung der Fraktionen sowie das Zusammenspiel zwischen Mehrheit und Opposition. Besonders die derzeitige Regierungsmehrheit aus fünf Parteien sorgte bei den niedersächsischen Abgeordneten für Verwunderung.

Zum Vergleich: Im Landtag von Niedersachsen sind lediglich vier Fraktionen vertreten, von denen zwei die Regierung bilden. Schuler erklärte die Vielzahl an Fraktionen in Südtirol unter anderem mit dem Fehlen von Sperrklauseln und ging auch auf die politischen Dynamiken ein, die zur Bildung der elfköpfigen Landesregierung geführt haben.

Im zweiten Teil des Besuchs stand der Tourismus im Fokus. Schuler zeichnete die Entwicklung seit den 1970er-Jahren nach, in denen der Tourismus maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung Südtirols beigetragen habe. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit von Regulierungsmaßnahmen, um negative Auswirkungen zu begrenzen – etwa durch den Schutz von Ressourcen, Verkehrslenkung und die Sicherstellung der Akzeptanz in der Bevölkerung.

In einer ausführlichen Fragerunde interessierten sich die Gäste unter anderem für Nächtigungszahlen, den Arbeitskräftebedarf, die Länge der Tourismussaisonen sowie die Mobilitätsplanung. Auch Themen wie die gesellschaftliche Akzeptanz des Tourismus und neue Entwicklungen wie der Agrotourismus standen im Fokus.

Schuler verwies in seinen Antworten auf zentrale Steuerungsinstrumente wie den sogenannten Bettenstopp, der das Wachstum im Beherbergungssektor begrenzen soll, sowie auf Übergangsregelungen für strukturschwache Gemeinden. Ein besonderes Anliegen sei es, familiengeführte Betriebe und Angebote wie „Urlaub am Bauernhof“ langfristig zu sichern.

Darüber hinaus informierte der Landtagspräsident über Maßnahmen zur Besucherlenkung an stark frequentierten Orten, die Einführung des GuestPass sowie das zunehmende Wachstum des Radtourismus. Die Vielfalt der Themen und Ansätze stieß bei der niedersächsischen Delegation auf großes Interesse.

Der Besuch unterstreicht den länderübergreifenden Austausch zu politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen – insbesondere im Bereich des Tourismus, der sowohl für Südtirol als auch für Niedersachsen von großer Bedeutung ist.

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