von mmh 10.04.2026 17:18 Uhr

Hisbollah und Israel greifen sich weiter gegenseitig an

Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.

APA/AFP

Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. In der Früh war Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt worden. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe für sich.

Hisbollah will "bis zum letzten Atemzug weitermachen"

Hisbollah-Chef Naim Kassim betonte am Freitag erneut die Kampfbereitschaft der Organisation. „Der Widerstand wird bis zum letzten Atemzug weitermachen“, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Rede Kassims. Israel sei es in 40 Jahren nicht gelungen, die Hisbollah davon abzuhalten, Raketen, Drohnen und andere Geschosse auf sein Gebiet abzufeuern.

Die israelischen Waffen und Bedrohungen schüchterten die Hisbollah nicht ein. „Wir sind die rechtmäßigen Besitzer dieses Landes“, sagte er mit Blick auf das Vorrücken der israelischen Truppen im Südlibanon. „Wir werden unsere Souveränität wiederherstellen und den Besatzer vertreiben.“

Netanyahu will Hisbollah weiter bekämpfen und verhandeln

Bei verheerenden israelischen Angriffen im Libanon waren libanesischen Angaben zufolge am Mittwoch mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Die Intensität der israelischen Angriffe hat seither deutlich abgenommen. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag dem US-Sender NBC gesagt, er habe mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Attacken zugesagt. Netanyahu selbst sprach danach davon, dass Israel die Hisbollah weiter bekämpfen und nicht aufhören werde, ehe es Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe.

Das US-Außenministerium wird in der kommenden Woche in Washington Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten. Dabei soll es um eine Waffenruhe gehen. Nach Angaben des Büros von Netanyahu sollen sich die direkten Verhandlungen auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren. Wie israelische Medien meldeten, werden an den Gesprächen zunächst die US-Botschafter beider Länder teilnehmen.

Die EU-Kommission teilte mit, man blicke „dem konkreten Beginn der Gespräche und deren Ergebnissen erwartungsvoll entgegen“. Diplomatie sei der einzige Weg und alle Parteien müssten das humanitäre Völkerrecht ohne Einschränkungen einhalten. Zugleich forderte der Sprecher die sofortige Einstellung der Angriffe im Libanon.

apa

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