von mmh 09.04.2026 07:32 Uhr

„Rücken gekehrt!“- Schwere Vorwürfe von Trump an die Nato

Im Weißen Haus ist es zu einem brisanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte gekommen. Nur kurz nach der Waffenruhe im Iran-Konflikt brodelt bereits der nächste Streit – diesmal innerhalb des westlichen Bündnisses.

Bild: APA/AFP/POOL

Medienberichten zufolge sprachen die beiden am Mittwoch rund zwei Stunden hinter verschlossenen Türen in Washington. Rutte war angereist, um die angespannte Lage zu beruhigen. Doch statt Entspannung folgte eine neue Eskalation.

Trump rechnet mit Nato ab

Kurz nach dem Treffen ließ Trump auf seiner Plattform Truth Social seinem Ärger freien Lauf. „Die Nato war nicht da, als wir sie gebraucht haben – und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen. Erinnert euch an Grönland, dieses große, schlecht geführte Stück Eis!!!“, schrieb der US-Präsident.

Auch aus dem Weißen Haus kamen deutliche Worte. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte vor dem Treffen, die Nato sei „getestet worden – und sie hat versagt“. Wörtlich sagte sie: „Es ist ziemlich traurig, dass die Nato dem amerikanischen Volk in den vergangenen sechs Wochen den Rücken gekehrt hat – obwohl die Amerikaner ihre Verteidigung finanzieren.“

Trump selbst ging noch weiter und warf den Verbündeten vor, die USA im Stich gelassen zu haben – ausdrücklich auch Deutschland, nachdem dort führende Politiker den Waffengang kritisiert hatten.

Drohen Konsequenzen für Europa?

Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ prüft die US-Regierung nun konkrete Maßnahmen gegen Nato-Staaten, die als unkooperativ gelten. Im Raum steht demnach ein Abzug amerikanischer Truppen aus Ländern wie Deutschland oder Spanien. Stattdessen könnten Soldaten in Staaten wie Polen oder Rumänien verlegt werden, die sich im Iran-Konflikt kooperativer gezeigt hätten.

Ein vollständiger Austritt der USA aus der NATO gilt zwar weiterhin als unwahrscheinlich, da dafür auch der Senat zustimmen müsste. Doch schon kleinere Schritte hätten enorme Auswirkungen: Mehr als 80.000 US-Soldaten sind derzeit in Europa stationiert und bilden das Rückgrat des Bündnisses.

Eine Verlagerung dieser Truppen näher an die russische Grenze könnte die geopolitische Lage zusätzlich verschärfen und Moskau provozieren.

Nato-Chef Rutte bemühte sich nach dem Treffen um einen versöhnlichen Ton. Gegenüber CNN räumte er ein, dass nicht alle europäischen Staaten ihre Zusagen erfüllt hätten und zeigte Verständnis für Trumps Enttäuschung.

Dennoch bleibt klar: Der Konflikt zwischen Washington und seinen europäischen Partnern ist auch nach dem Krisentreffen nicht gelöst.

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