von mmh 09.04.2026 11:34 Uhr

Kritik an Inklusion: Unterstützung hängt von Sprache und System ab

Die Unterstützung von Kindern mit Behinderung in Südtirol ist offenbar nicht einheitlich geregelt. Das geht aus der Antwort von Bildungslandesrat Philipp Achammer auf eine Landtagsanfrage von Alex Ploner hervor – und sorgt für deutliche Kritik.

Foto: Alex Ploner - Team K

Demnach hängt die Zuweisung von Integrationsstunden stark vom jeweiligen Sprachschulsystem und lokalen Entscheidungen ab.

Unterschiedliche Regeln je nach Schulsystem

Während im deutschen und ladinischen Schulsystem fixe Mindestquoten für Integrationslehrpersonen vorgesehen sind – allerdings in unterschiedlicher Höhe – gibt es im italienischen Schulamt keine objektiv festgelegten Zuteilungskriterien.

Die konkrete Verwendung der Ressourcen liegt damit in allen Systemen im Ermessen der jeweiligen Schulführung. Integrationsstunden sind somit kein individuell gesichertes Recht, sondern Teil eines Gesamtkontingents. Stunden können gekürzt, verschoben oder anderen Schülern zugewiesen werden – ohne landesweit einheitliche Vorgaben oder wirksame Kontrolle.

Kritik: „Inklusion darf kein Lotteriespiel sein“

„Das bedeutet, dass das Recht auf Unterstützung nicht primär vom Bedarf des Kindes abhängt, sondern von Verwaltungssystemen, Sprachzugehörigkeit und lokalen Rahmenbedingungen. Das ist mit einer inklusiven Schule nicht vereinbar“, kritisiert Ploner.

Besonders problematisch sei, dass die Landesregierung zwar Verantwortlichkeiten an die Schulen delegiere, aber selbst keine verbindlichen Standards festlege. Familien berichten laut Ploner von gekürzten Stunden ohne Begründung, Lehrpersonen von Überforderung, während sich die Landesverwaltung nicht zuständig sehe.

„Inklusion darf kein Lotteriespiel sein. Wer gleiche Rechte verspricht, muss auch gleiche Mindeststandards garantieren – unabhängig vom Schulamt oder der Sprache“, so Ploner weiter. Rückmeldungen aus den Schulen würden zeigen, dass Stunden ohne Erklärung gestrichen werden, Familien ohne Antworten bleiben und Lehrpersonen an ihre Grenzen stoßen.

Forderung nach klaren Regeln

Das Team K fordert die Landesregierung daher auf, rasch transparente und landesweit einheitliche Kriterien für die Zuweisung von Integrationsstunden festzulegen. Im Mittelpunkt müsse der individuelle Förderbedarf der Kinder stehen.

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