von ih 07.04.2026 12:37 Uhr

„Mogelpackung auf Kosten der Steuerzahler“

Die Debatte um Gratis-Wohnungen für Ausländer in Südtirol spitzt sich weiter zu. Nach einem Radiointerview von Landesrätin Rosmarie Pamer (SVP) übt die Süd-Tiroler Freiheit erneut deutliche Kritik an der Wohnbaupolitik der Landesregierung – und spricht von einer „Mogelpackung“.

Sven Knoll stellt sich gegen die Gratis-Wohnungen für Ausländer in Südtirol. - Foto: STF

Mehr als 10.000 Südtiroler gegen Gratis-Wohnungen

Auslöser der Debatte ist laut der STF der zunehmende öffentliche Druck durch eine laufende Volks-Umfrage, an der sich bereits rund 14.000 Bürger beteiligt haben. Pamer versuche nun, das umstrittene Projekt nachträglich zu relativieren.

Doch aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit ändere das nichts am Kernproblem: Die Wohnungen seien faktisch nicht leistbar für die vorgesehenen Nutzer – und würden daher indirekt vom Steuerzahler finanziert.

„Rechnung zahlt am Ende die Bevölkerung“

Zwar habe Landesrätin Pamer betont, dass es sich nicht um kostenlose Wohnungen handle. Gleichzeitig räume sie aber selbst ein, dass die Betroffenen die Mieten aus eigener Kraft kaum bezahlen könnten. Für die Süd-Tiroler Freiheit ist die Schlussfolgerung eindeutig: „Den Rest zahlt der Steuerzahler.“

Gerade vor dem Hintergrund steigender Wohnkosten sei das für viele Einheimische nicht nachvollziehbar. Bereits heute hätten zahlreiche Familien trotz Vollzeitbeschäftigung Schwierigkeiten, sich Wohnraum zu leisten. Dass nun zusätzliche Mittel für neue Projekte bereitgestellt würden, während die eigene Bevölkerung weiter unter Druck stehe, wird als klare Fehlentwicklung gewertet.

Kritik an Kehrtwende bei WOBI-Wohnungen

Besonders scharf fällt die Kritik der STF an einer Kursänderung innerhalb der Südtiroler Landesregierung aus.

Ursprünglich sei ausgeschlossen worden, Wohnungen des WOBI (Wohnbauinstitut) für das Projekt zu nutzen. Nun kündige Landesrätin Pamer genau das an.

Für die Süd-Tiroler Freiheit ist das ein Zeichen mangelnder Klarheit und fehlender Abstimmung. Die WOBI-Wohnungen seien mit öffentlichen Geldern geschaffen worden, um leistbaren Wohnraum für Einheimische zu sichern. Ihre Verwendung für das neue Projekt wird daher als Zweckentfremdung bezeichnet.

Zweifel am gesamten Konzept

Auch inhaltlich sieht die STF erhebliche Schwächen. So sollen Menschen aus dem Raum Bozen in kleinere Gemeinden umgesiedelt werden – Gegenden, in denen Wohnraum ebenfalls knapp und teuer ist. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass Betroffene durch den Umzug ihre Arbeitsplätze verlieren.

Zentrale Fragen bleiben aus Sicht der Kritiker unbeantwortet:

  • Wie sollen die Betroffenen ihren Lebensunterhalt sichern?
  • Wie sollen sie die Miete langfristig bezahlen?
  • Wie lange ist die Nutzung der Wohnungen vorgesehen?

Konkrete Antworten darauf gebe es bislang nicht.

Gemeinden unter Druck

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Rolle der Gemeinden. Diese müssten die Integration vor Ort organisieren, ohne ausreichend eingebunden worden zu sein. Zudem sei unklar, welche finanziellen Belastungen auf sie zukommen.

Gerade kleinere Gemeinden arbeiteten bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze. Zusätzliche Aufgaben ohne klare Finanzierung seien daher nicht tragbar, so die Argumentation der Süd-Tiroler Freiheit.

„Keine Perspektiven für die eigene Jugend“

Besonders kritisch bewertet die Süd-Tiroler Freiheit die Situation junger Einheimischer.

Jedes Jahr würden viele Südtiroler das Land verlassen, weil sie sich das Leben vor Ort nicht mehr leisten könnten. Für diese Gruppe fehle es weiterhin an Lösungen, Wohnungen und Perspektiven.

Umso unverständlicher sei es aus Sicht der STF, dass für das aktuelle Projekt plötzlich Ressourcen verfügbar seien.

Klare Forderung: Vorrang für Einheimische

Die zentrale Forderung der STF lautet daher: Wohnraum müsse zuerst einheimischen Familien und jungen Südtirolern zur Verfügung gestellt werden.

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll ruft die Bevölkerung dazu auf, sich weiterhin an der Volks-Umfrage zu beteiligen und ein deutliches Signal gegen das Projekt zu setzen.

Die Süd-Tiroler Freiheit spricht abschließend von einer „Politik der Ungerechtigkeit“ – und fordert ein klares Nein zu den geplanten Maßnahmen.

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