„Grande Dame des Tiroler Theaters“: Eleonore Bürcher ist tot

Auch Ranjewskaja im „Kirschgarten“, Hekuba in den „Troerinnen“ oder Medea in Grillparzers „Medea“ wurden von ihr verkörpert. Wiewohl nicht mehr Ensemblemitglied, war Bürcher am Tiroler Landestheater auch in den vergangenen Jahren zu sehen gewesen. So gab sie die Erzählerin in Karl Amadeus Hartmanns Kammeroper „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ sowie Kaiser Franz Joseph I. in der Operette „Im weißen Rössl“. Zudem stand sie in der Spielzeit 2024/25 auch in Tschaikowskis „Eugen Onegin“ auf der Bühne. Im Innsbrucker Kellertheater gastierte Bürcher, die schon vor Jahren österreichische Staatsbürgerin geworden war, zuletzt 2025 in „Die Diva und das Meer“.
Über 30 Jahre lang wirkte die Künstlerin im ORF (Ö1 und Radio Tirol) bei Hörspielen und Lesungen mit. Bürcher war auch eine vielfach Ausgezeichnete: 2009 erhielt sie das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, im Jahr 2011 wurde ihr der Nestroy-Publikumspreis zuteil. 2013 verlieh man der Schauspielerin für ihr künstlerisches Schaffen den Tiroler Adler Orden in Gold. Neben ihrer Schauspiel-Karriere hatte sie von 1984 bis 1989 übrigens Komparatistik und Germanistik an der Universität Innsbruck studiert und dieses Studium als Magistra abgeschlossen.
„Grande Dame des Tiroler Theaters"
Die Intendantin des Tiroler Landestheaters, Irene Girkinger, nannte Bürcher in einer Reaktion „DIE Grande Dame des Tiroler Theaters“. Ihre Darstellungskraft habe weit darüber hinaus gestrahlt. „Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass mehrere Begegnungen mit dieser wunderbaren Schauspielerin auch unter meiner Intendanz möglich waren“, erklärte Girkinger und erinnerte daran, dass die nunmehr Verstorbene noch vor kurzem „Im weißen Rössl“ auf der Bühne stand. Der Tod Bürchers lasse die Verantwortlichen am Landestheater „fassungslos und unendlich traurig zurück.“
Auch Tirols Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle (ÖVP) reagierte im Namen des Landes „mit großer Betroffenheit“ auf den Tod Bürchers, der einen „schmerzlichen Verlust für die gesamte Kulturgemeinschaft des Landes“ bedeute. „Eleonore Bürcher wird uns als herausragende Künstlerin und als beeindruckende Persönlichkeit in Erinnerung bleiben“, drückte Mattle in einer Aussendung ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Die Schauspielerin habe das kulturelle Leben Tirols über Jahrzehnte geprägt, beschrieb der Landeshauptmann sie zudem als „engagierte Kulturvermittlerin“.
apa






