von ih 05.04.2026 11:53 Uhr

Bartgeier reagieren stark auf Störungen

Der Tod eines Bartgeierkükens nahe Schloss Juval im Vinschgau sorgt derzeit für Diskussionen. Nach aktuellen Erkenntnissen deutet vieles darauf hin, dass eine Annäherung an den Horst – vermutlich durch einen Naturfotografen – die Altvögel gestört hat. Zwei Jagdaufseher bestätigten entsprechende Beobachtungen.

Das verendete Bartgeierküken im Vinschgau verdeutlicht die besondere Empfindlichkeit der Art während der Brutzeit: Bereits Störungen im Bereich des Horstes können dazu führen, dass Altvögel den Nachwuchs verlassen und dieser ungeschützt bleibt. - Foto: Mario Monfrini.

Experten betonen, dass Bartgeier während der Brutzeit äußerst sensibel auf Störungen reagieren. Schon kurze Beunruhigungen können dazu führen, dass die Elterntiere den Horst verlassen. Für Eier und Jungtiere kann dies fatale Folgen haben: Ohne Schutz drohen Auskühlung, Hunger oder Angriffe durch andere Raubvögel.

Als Ursache wird der Vorfall vor Ort gesehen. Ein zuvor kritisierter Hubschrauberflug der Forstbehörde gilt hingegen als unwahrscheinlich, da er bereits elf Tage vor dem Ereignis stattfand.

Der Bartgeier zählt im Alpenraum zu den seltensten Brutvögeln. Mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern gehört er zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Da pro Jahr meist nur ein Jungtier aufgezogen wird, wiegt jeder Verlust besonders schwer.

Der aktuelle Fall verdeutlicht einmal mehr, wie gefährlich menschliche Eingriffe in der Nähe von Horsten sein können – insbesondere während der sensiblen Aufzuchtzeit.

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