Geopolitische Krisen- Südtirols Wirtschaft unter Druck

Der Wirtschaftsverband hds warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Lage und fordert rasche politische Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe. „Wenn internationale Konflikte die Energiepreise nach oben treiben, dann spüren das unsere Betriebe unmittelbar – auf jeder Stromrechnung, auf jeder Gasrechnung und letztlich in ihrer gesamten Kostenstruktur“, betont hds-Präsident Philipp Moser.
Deutlich steigende Kosten erwartet
Die Zahlen des gesamtstaatlichen Dachverbandes Confcommercio zeigen laut hds die Dimension der Belastung: Im Basisszenario könnte die Stromrechnung der Unternehmen des Tertiärsektors im März 2026 gegenüber dem Durchschnitt der Monate Jänner und Februar um 8,5 Prozent steigen, im ungünstigeren Szenario sogar um 13,9 Prozent. Dies entspreche einer zusätzlichen Belastung von insgesamt 2.853 Euro für die Branche.
Beim Gas wird im Basisszenario ein Anstieg um 30 Prozent erwartet, im ungünstigeren Szenario sogar um 43,5 Prozent. Daraus ergibt sich laut Berechnungen eine zusätzliche Belastung von bis zu 3.408 Euro.
Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen in einzelnen Branchen: Restaurants müssten mit zusätzlichen monatlichen Kosten von rund 87 Euro bei Strom und 146 Euro bei Gas rechnen, im ungünstigeren Szenario steigt die Gasbelastung auf rund 508 Euro. Auch Bars, der Einzelhandel sowie Lebensmittelgeschäfte wären spürbar betroffen – teils mit deutlich höheren Mehrkosten je nach Szenario und Betriebsgröße.
Betriebe fordern Planungssicherheit
„Diese Zahlen zeigen sehr klar, dass es um ganz konkrete Mehrkosten für die Betriebe geht. Gerade kleine und mittlere Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und in den Dienstleistungen haben nur begrenzte Möglichkeiten, solche zusätzlichen Belastungen aufzufangen“, so Moser weiter.
Neben den reinen Kostensteigerungen sei vor allem die fehlende Planbarkeit ein zentrales Problem. Viele Unternehmen könnten kaum abschätzen, wie sich die Energiepreise in den kommenden Monaten entwickeln werden. Investitionen würden daher verschoben, unternehmerische Entscheidungen erschwert und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.
Der hds fordert daher „rasche und wirksame Entlastungsmaßnahmen“. Hohe Energie- und Stromkosten dürften nicht zur neuen Normalität werden. Neben kurzfristigen Hilfen brauche es vor allem strukturelle Maßnahmen wie mehr Stabilität bei den Energiekosten, bessere Zugänge zu wettbewerbsfähigen Lieferverträgen, weniger Bürokratie und stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz.
„Wir sind in dieser Sache in engem Austausch mit unserem Dachverband in Rom, um hier bei den zuständigen Stellen einwirken zu können und Entlastungsmaßnahmen zu erreichen“, so Moser.
Hinweis auf Stromkonvention
Der hds verweist in diesem Zusammenhang zudem auf eine bestehende Stromkonvention über den Südtiroler Wirtschaftsring (SWR) mit dem Energieunternehmen Alperia, die Vorteilspreise für Mitgliedsbetriebe bei der Stromlieferung vorsieht.






