von lif 02.04.2026 09:58 Uhr

Bemannte Artemis 2-Mondmission gestartet

Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Vier Astronauten hoben dafür um 18.35 Uhr Ortszeit (00:35 Uhr MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Wenige Stunden nach dem Start trennte sich die Kapsel von der Kernraketenstufe.

Bild: APA/AFP

Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis 2“ war zuvor wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden. Ein kleines Problem gab es auch beim Flug jetzt: Kurz nach dem Start brach die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum auf der Erde vorübergehend ab. Die Mitarbeiter im Kontrollzentrum konnten die Astronauten nicht hören, berichtete NASA-Chef Jared Isaacman in einer Pressekonferenz. Das Problem habe aber nach kurzer Zeit gelöst werden können und die Kommunikation sei wieder hergestellt. „Wir klären das Problem aktiv auf.“

„Historischer Tag“

Es sei ein „historischer Tag“, sagte der deutsche Astronaut Alexander Gerst vor dem Start der Deutschen Presse-Agentur, sein Astronautenkollege Matthias Maurer sprach von einem „ganz neuen Kapitel für die Raumfahrt“. „Wir gewinnen im Weltraum, auf der Erde und überall dazwischen – wirtschaftlich, militärisch und jetzt auch über die Sterne hinaus“, hatte US-Präsident Donald Trump schon vor dem Start auf seiner Online-Plattform Truth Social kommentiert. Nach dem Start gratulierte er der NASA und den „mutigen“ Astronauten zu Beginn einer Rede an die Nation. „Das war ganz schön beeindruckend.“

„Artemis 2“ baut auf den Erfahrungen der unbemannten Mission „Artemis 1“ 2022 auf. An Bord der „Orion“-Kapsel soll die Crew – bestehend aus der US-Astronautin Christina Koch, ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen – etwa zehn Tage lang um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde landen soll.

Mehr als 2,3 Millionen Kilometer um Mond und Erde

Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen – und könnten sich weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor.

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der NASA, Glover der erste nicht-weiße Mensch und Hansen der erste Kanadier.

Bisher zwölf Amerikaner auf dem Mond

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bisher letzter Mensch verließ im Dezember 1972 der 2017 gestorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bisher einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond.

Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken sollen die Astronauten aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihre eigene Gesundheit mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen. Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA ist beteiligt

Stattdessen solle die „Orion“-Kapsel sich bei dieser Mission im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben – „Artemis 4“ und „Artemis 5“. Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert. Viele private Raumfahrtunternehmen und internationale Partner sind bei dem Programm involviert, darunter auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA.

Die ESA steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei. Auch die Teilnahme eines deutschen Astronauten ist für die Zukunft angedacht. „Wir stehen an der Schwelle einer historischen Rückkehr“, sagte ESA-Chef Josef Aschbacher bei einer Pressekonferenz in Cape Canaveral. „Die NASA wird wieder Geschichte schreiben. Das ist sehr aufregend für uns alle.“

APA/UT24

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite