von lif 01.04.2026 17:21 Uhr

Was in einer Minute auf der Welt passiert

Während Sie diesen Satz lesen, werden 251 Millionen E-Mails verschickt, 133 Menschen geboren und neun Petabyte Daten durchs Internet gejagt. Eine Minute auf der Erde in Zahlen.

Bild: APA (epa)

Die Zeit, die Sie brauchen, um eine Tasse Kaffee zu trinken oder eine WhatsApp-Nachricht zu tippen. Doch in dieser einen Minute dreht sich die Welt schneller, als wir es wahrnehmen. Sechs Milliarden Menschen sind online, Milliarden Geräte kommunizieren miteinander und irgendwo auf der Welt kommt alle 0,45 Sekunden ein Baby zur Welt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Welt schläft nie.

Neun Petabyte in 60 Sekunden

Das Internet ist das Nervensystem der modernen Welt. Laut Statista und M-net fließen 2025 pro Minute über neun Petabyte Daten durch die globalen Netzwerke. Das entspricht etwa neun Millionen Gigabyte. Was steckt dahinter?

In nur einer Minute werden weltweit 251 Millionen E-Mails verschickt, berichtet Statista. 69 Millionen WhatsApp-Nachrichten gehen raus, 5,9 Millionen Menschen starten eine Google-Suche. Auf TikTok werden 16.000 neue Videos hochgeladen, während auf Instagram rund 695.000 Stories geteilt werden. Microsoft Teams zeichnet 300 Millionen Meeting-Minuten auf und das, pro Minute. Laut OpenAI erhält die KI rund 1,7 Millionen Anfragen pro Minute. ChatGPT war 2025 mit 825 Millionen Downloads die meistgeladene App weltweit, wie We Are Social und Meltwater im Digital 2026 Report dokumentieren. Die KI-Welle verändert nicht nur, wie wir arbeiten, sondern auch, wie wir das Internet nutzen.

Sechs Milliarden Menschen sind laut We Are Social mittlerweile online, was rund 73,2 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Noch 2014 waren es nur drei Milliarden. In weniger als elf Jahren hat sich die Zahl der Internetnutzer verdoppelt. Mehr als ein Viertel der Menschheit bleibt jedoch offline.

31 Milliarden Geräte

Menschen sind nicht allein im Netz. Laut Statista sind 2025 bereits 31 Milliarden Smartphones, Computer und IoT-Geräte vernetzt. Das Internet der Dinge, von Smart-Home-Geräten über vernetzte Autos bis zu Wearables, wächst rasant. Jede Sekunde verbinden sich schätzungsweise 100 bis 130 neue Geräte mit dem Internet. Der Internetknoten-Betreiber DE-CIX verzeichnete im April 2025 einen neuen Rekord: Erstmals flossen 25 Terabit pro Sekunde über die weltweiten Austauschpunkte. Das ist kein einzelner Spitzenwert, sondern das Ergebnis eines generell höheren Verkehrsniveaus an mehreren Knotenpunkten weltweit.

Die Geschwindigkeit nimmt zu. Waren es 2015 noch etwa fünf Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download-Durchschnitt, sind es zehn Jahre später bereits rund 100 MBit/s. Am schnellsten surft Singapur mit durchschnittlich 345 MBit/s, wie connect-professional berichtet.

133 Geburten, 57 Todesfälle

Während die digitale Welt explodiert, wächst auch die reale. Die Weltbevölkerung liegt laut Worldometers Anfang 2026 bei 8,35 Milliarden Menschen. Pro Jahr kommen etwa 70 Millionen Menschen dazu, das sind 133 Geburten pro Minute. Gleichzeitig sterben ca. 57 Menschen in derselben Zeit. Das ergibt ein Nettowachstum von 76 Menschen pro Minute.

Die Wachstumsrate liegt 2026 bei 0,84 Prozent pro Jahr, deutlich niedriger als noch in den 1960er Jahren, als sie bei über zwei Prozent lag. Die Weltbevölkerung wächst weiter, aber langsamer. Experten prognostizieren, dass die Wachstumsrate bis 2084 auf null sinken und danach sogar negativ werden könnte.

Das Medianalter der Weltbevölkerung liegt bei 31,1 Jahren. Mehr als 70 Prozent der Menschen leben in nur 20 Staaten, wobei China und Indien zusammen 36 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Zeit im Netz

Menschen verbringen immer mehr Zeit online. Laut der International Telecommunication Union (ITU) summiert sich die durchschnittliche tägliche Internetnutzung mittlerweile auf über sechs Stunden. Spitzenreiter ist Südafrika mit neun Stunden und 24 Minuten pro Tag. Über 55 Prozent des gesamten Web-Verkehrs kommt von Mobilgeräten, berichtet WPBeginner. Fast 96 Prozent der globalen Internetnutzer gehen über ein mobiles Gerät wie Smartphone, Tablet oder Wearable online.  Social Media spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut GWI nutzen Erwachsene im Schnitt 6,75 Social-Media-Plattformen pro Monat. YouTube ist die meistgenutzte Plattform, weil über 73 Prozent der Erwachsenen sie nutzen. WhatsApp ist die Lieblings-App: 17,4 Prozent der Befragten ab 16 Jahren bezeichneten den Messenger als ihre Nummer eins.

Der Anteil der Menschen, die Suchmaschinen nutzen, sinkt. Laut GWI gaben nur noch 80,3 Prozent der erwachsenen Internetnutzer an, in den letzten Monaten Google, Yahoo oder ähnliche Tools genutzt zu haben. Das ist der niedrigste Wert, den GWI je gemessen hat. ChatGPT und andere KI-Tools übernehmen wohl zunehmend die Rolle von Suchmaschinen.

1,16 Billionen Dollar für Werbung

Das Internet ist nicht nur ein Kommunikationsmittel. Laut Statista geben Marketer weltweit 2025 rund 1,16 Billionen US-Dollar für Werbung aus. Google allein erzielte 2025 einen Anzeigenumsatz von 265 Milliarden US-Dollar, knapp ein Prozent des gesamten US-Bruttoinlandsprodukts, wie DE-CIX in seinem Internet-Report dokumentiert. E-Commerce boomt: Beim Online-Kauf kaufen Menschen 2026 mehr über Mobilgeräte als mit Tablets oder Desktops.

Die Schattenseite

Trotz aller Fortschritte ist mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung offline. Über 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Internetzugang, berichtet WPBeginner. Die digitale Kluft ist real und sie verläuft vor allem zwischen reichen und armen Ländern, zwischen Stadt und Land, zwischen Jung und Alt. In Nordeuropa sind 97,5 Prozent der Bevölkerung online, in den Niederlanden, Norwegen, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sogar 99 Prozent. In vielen afrikanischen und asiatischen Ländern liegt die Quote deutlich niedriger.

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