von mmh 01.04.2026 07:51 Uhr

Nach 50 Jahren: Diese Crew fliegt heute Nacht zum Mond

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der letzten Mondmission steht die nächste große Etappe der Raumfahrt bevor: Mit der Mission Artemis II will die NASA wieder Menschen in die Nähe des Mondes bringen. Der Start ist für die Nacht auf Donnerstag um 0.24 Uhr geplant. Vier Astronauten sollen dabei rund zehn Tage lang den Mond umrunden und zur Erde zurückkehren.

APA/dpa

Vier Astronauten schreiben Geschichte

An Bord des Orion-Raumschiffs, das von der Space Launch System-Rakete ins All gebracht wird, befindet sich eine Crew, die bereits jetzt Raumfahrtgeschichte schreibt.

Kommandant ist Reid Wiseman (50, USA), ein erfahrener Pilot und Astronaut, der bereits längere Zeit auf der Internationalen Raumstation verbracht hat. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2020 zog er seine beiden Töchter alleine groß.

Als Pilot ist Victor Glover (49, USA) im Einsatz. Er wird als erster Afroamerikaner an einer Mondmission teilnehmen und ist Vater von vier Töchtern.

Christina Koch (47, USA) übernimmt die Rolle der Missionsspezialistin. Sie wird als erste Frau den Mond aus nächster Nähe sehen und hält bereits den Rekord für den längsten ununterbrochenen Raumflug einer Frau mit 328 Tagen.

Komplettiert wird die Crew von Jeremy Hansen (50, Kanada), ebenfalls Missionsspezialist und der erste Nicht-US-Amerikaner, der den Mond umrunden wird.

Entscheidender Schritt Richtung Mondlandung

Eine Landung auf dem Mond ist bei Artemis II noch nicht vorgesehen. Diese ist erst für eine spätere Mission geplant. Dennoch gilt der Flug als entscheidend: Die Astronauten sollen Systeme testen, wichtige Manöver durchführen und erstmals seit Apollo 17 im Jahr 1972 die erdnahe Umlaufbahn verlassen.

Geplant ist ein Flug bis zu 9200 Kilometer hinter den Mond – weiter, als je zuvor ein Mensch gereist ist.

Extreme Belastung für die Crew

Für die vier Raumfahrer bedeutet die Mission enorme körperliche Herausforderungen. Ohne den Schutz der Erdatmosphäre sind sie kosmischer Strahlung ausgesetzt. Zudem führen Schwerelosigkeit und Enge zu Belastungen für Muskeln, Knochen und Kreislauf. Auch Schlafmangel, Isolation und mögliche Veränderungen der Sehkraft zählen zu den Risiken.

Beim Rückflug wird das Raumschiff mit Geschwindigkeiten von bis zu 40.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eintreten, bevor die Kapsel per Fallschirm vor der Küste Kaliforniens landet.

Trotz aller Risiken liefert die Mission wichtige Daten für zukünftige Raumfahrtprojekte – insbesondere für geplante Mondlandungen und langfristig auch für bemannte Missionen zum Mars.

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