von ih 30.03.2026 15:23 Uhr

Schutzwald im Gadertal stark geschädigt: Arbeiten starten bald

Der Schutzwald in der Gadertaler Schlucht ist in einem kritischen Zustand. Große Flächen wurden durch Borkenkäfer massiv geschädigt, wodurch die wichtige Schutzfunktion des Waldes derzeit nur noch eingeschränkt erfüllt werden kann. Ende April sollen nun umfangreiche Forstarbeiten beginnen, um die Sicherheit entlang der Gadertaler Straße wieder zu gewährleisten.

Besichtigung in der Ortschaft Mantena unweit von St. Vigil in Enneberg, wo eine Hangrutschung von zwei Hektar, die mittlerweile zur Ruhe gekommen ist, ein Haus gefährdet hat: (von links) Direktor Forstinspektorat Bruneck Wolfgang Weger, Förster Heinz Tschaffert, Forstrat Klaus Oberlechner, stellvertretender Direktor Forstinspektorat Bruneck Gottlieb Moling, Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher - Foto: LPA/Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus/sp.

Bei einem Lokalaugenschein verschaffte sich Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher (SVP) gemeinsam mit Fachleuten ein Bild der Lage. „Unser Ziel ist es, die Sicherheit für die Menschen zu gewährleisten und gleichzeitig die Schutzfunktion des Waldes schrittweise wiederherzustellen“, betonte Walcher. Die Situation vor Ort zeige jedoch deutlich, dass dies eine komplexe und sorgfältig zu planende Aufgabe sei.

Besonders betroffen sind zwei Hauptbereiche: der Abschnitt von Montal (Gemeinde St. Lorenzen) bis Zwischenwasser (Gemeinde Enneberg) sowie der Bereich zwischen Zwischenwasser und Pikolein (Gemeinde St. Martin in Thurn). Laut Wolfgang Weger, Direktor des Forstinspektorats Bruneck, handelt es sich dabei um steiles und schwer zugängliches Gelände, was die Arbeiten zusätzlich erschwert.

Der betroffene Wald erfüllt eine zentrale Schutzfunktion: Er hält Steine und Geröll zurück und reduziert so die Gefahr für den Verkehr auf der darunterliegenden Straße erheblich. Durch den Schädlingsbefall ist diese Funktion derzeit stark beeinträchtigt.

Gefährdete Bereiche werden bearbeitet

Um die Situation zu verbessern, sollen die beschädigten Bäume entfernt werden. Aufgrund des schwierigen Geländes erfolgt der Abtransport größtenteils per Hubschrauber. Ein Teil des Holzes bleibt jedoch bewusst im Hang liegen: Quer gefällte Baumstämme dienen als natürliche Barrieren gegen Steinschlag und Schneerutschungen und bieten zugleich wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die Arbeiten sind für den Zeitraum von Ende April bis Mitte beziehungsweise Ende Mai geplant. Begonnen wird in den besonders gefährdeten Bereichen. Die Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Waldeigentümern und unter Koordination der Forstbehörde.

Für Verkehrsteilnehmer bedeutet dies allerdings Einschränkungen: An mehreren Wochenenden werden Abschnitte der Gadertaler Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die genauen Termine sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden, Umleitungen werden vor Ort eingerichtet.

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