von ih 30.03.2026 15:44 Uhr

Elch sorgt für Aufsehen im tschechischen Grenzgebiet

Nach einer winterlichen Unterbrechung hat wieder einmal ein Elch im tschechischen Grenzgebiet zu Deutschland für Aufregung gesorgt. Das Tier sei am Wochenende im Wintersportort Zelezna Ruda gesichtet worden, berichtete die tschechische Zeitung Denik am Montag. Demnach dürfte es sich um den Jungbullen „Emil“ handeln, der im vergangenen Jahr mit seiner Wanderung durch Europa – auch Ostösterreich – für Schlagzeilen gesorgt hatte.

APA/HELMUT FOHRINGER

Im vergangenen Sommer war „Emil“ wochenlang unter regem Medieninteresse zunächst durch Niederösterreich gestreift, ehe er Mitte September via Oberösterreich nach Tschechien „auswanderte“: Der junge Bulle wurde betäubt, weil er der Westautobahn (A1) bei Sattledt (Bezirk Wels-Land) zu nahe gekommen war.

Danach wurde er an den Rand des Böhmerwalds im Bezirk Rohrbach gebracht und schließlich im Nahbereich zum tschechischen Nationalpark Šumava, wo es eine Elch-Population gibt, in die Freiheit entlassen.

Schlagzeilen und Hype

Bis zu seinem Abschied aus Österreich hatte seine Wanderung durch teils dicht besiedelte Gebiete für Schlagzeilen und einen regelrechten Hype in Sozialen Medien gesorgt. Gestartet war er wahrscheinlich in Polen. Am Ende wurde „Emil“ sogar zum österreichischen „Wort des Jahres“ 2025 gewählt.

„Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass einmal ein Elch durch unsere Stadt laufen würde“, sagte nun der Bürgermeister von Zelezna Ruda, Filip Smola, dem Blatt. Es sei „ein Erlebnis für das ganze Leben“ gewesen. Für eine Weile habe er sich allerdings Sorgen um das Tier gemacht, weil es sich entlang einer Bahnstrecke bewegt habe. Zelezna Ruda grenzt unmittelbar an die Gemeinde Bayerisch Eisenstein im niederbayerischen Landkreis Regen.

Begeisterung im Internet

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Bürgerinitiative „WeLoveSumava“ bei Facebook ein Video gepostet, auf dem ein Elch, wahrscheinlich „Emil“, einen Waldrand entlangwanderte. „Er möchte reisen und unser schönes Land entdecken“, schrieb ein Internetnutzer. „Man sollte seinen Aufenthaltsort nicht veröffentlichen, damit die Menschen ihn in Ruhe lassen“, meinte ein anderer.

Elche galten in Tschechien für rund 400 Jahre als ausgestorben. Inzwischen haben sich wieder zwei kleine Populationen in Südböhmen etabliert. Tierschützer rufen dazu auf, die scheuen Tiere in Ruhe zu lassen und nicht zu bedrängen. Der Elch ist der größte lebende Vertreter der Familie der Hirsche.

apa

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