Endometriose: Südtirol setzt Fokus auf unsichtbare Krankheit

Bei der Endometriose siedert sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an. Dies kann starke Unterleibsschmerzen, Zyklusstörungen und in manchen Fällen auch unerfüllten Kinderwunsch verursachen. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität, den Alltag sowie das psychische Wohlbefinden sind für viele Betroffene erheblich.
Diagnose und Behandlung im Südtiroler Sanitätsbetrieb
Im Südtiroler Sanitätsbetrieb wird Endometriose seit Jahren diagnostisch und therapeutisch behandelt. Betroffene Frauen können in allen gynäkologischen Abteilungen der öffentlichen Krankenhäuser eine Erstvisite vereinbaren. Zusätzlich besteht am Krankenhaus Bozen eine eigene Spezialambulanz für Endometriose.
Die Behandlung erfolgt nach einem multidisziplinären Ansatz, der Gynäkologie, Schmerztherapie, Chirurgie und psychologische Unterstützung verbindet. Ziel ist eine individuell abgestimmte Versorgung von der Diagnose bis zur Nachsorge.
„Konkret bedeutet das, dass beispielsweise im Krankenhaus Bozen unsere 4 spezialisierten Ärztinnen und Ärzte jährlich rund 700 Patientinnen medikamentös behandeln – mit individuell angepassten hormonellen Therapien, Schmerztherapien und komplementärmedizinischen Ansätzen. Hinzu kommen rund 200 chirurgische Eingriffe, die nach den neuesten Techniken durchgeführt werden“, erklärt Dr. Martin Steinkasserer, Primar der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Bozen.
Aufklärung und kontinuierliche Weiterentwicklung
Neben der medizinischen Versorgung engagieren sich Fachärzte des Südtiroler Sanitätsbetriebes auch in der Aufklärungsarbeit. Sie beteiligen sich an Veranstaltungen der Selbsthilfegruppe „Endometriose Südtirol – noi con voi“ und organisieren regelmäßig Tagungen und Fortbildungen, um das Bewusstsein für die Erkrankung zu stärken und aktuelle medizinische Erkenntnisse zu vermitteln.
Parallel dazu wird der Betreuungspfad für Endometriose laufend weiterentwickelt. Ziel ist es, Patientinnen einen strukturierten und koordinierten Zugang zu Diagnose und Therapie zu ermöglichen.
Primar Dr. Steinkasserer betont abschließend: „Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, die eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung erfordert. Das Ziel aller Gynäkologinnen und Gynäkologen im Südtiroler Sanitätsbetrieb ist es, die Lebensqualität der betroffenen Frauen nachhaltig zu verbessern.“






