von mag 26.03.2026 16:55 Uhr

Purple Day – Ein Mädchen, eine Idee – und heute Millionen in Lila

Heute ist Purple Day, der internationale Weltepilepsietag. Was 2008 mit einer mutigen Geste eines neunjährigen Mädchens in Kanada begann, ist heute eine weltweite Bewegung, die über Epilepsie aufklärt und Vorurteile abbaut.

Epilepsie hat viele Gesichter – Aufklärung hilft, richtig zu reagieren (Symbolbild: UT24/mag/KI-generiert).

Vom Schulhof zur globalen Bewegung

Alles begann mit Cassidy Megan aus Nova Scotia: An ihrem Geburtstag zog sie ein lilafarbenes T-Shirt an und bat ihre Mitschüler, es ihr gleichzutun – nicht aus Modegründen, sondern als Zeichen der Solidarität. Cassidy lebte selbst mit Epilepsie und erlebte, wie wenig Wissen und wie viele Ängste es rund um die Erkrankung gab.

Bereits 2009 wurde daraus eine internationale Initiative: Über 100.000 Teilnehmer, zahlreiche Unternehmen und Politiker beteiligten sich am ersten offiziellen Purple Day.

Epilepsie in Zahlen

Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit:
– Rund 50 Millionen Menschen leben mit Epilepsie
– In Italien sind etwa 500.000 bis 600.000 Menschen betroffen
– In Österreich rund 70.000 bis 80.000
Auch im Alpenraum zeigt sich ein klares Bild: Etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Für Südtirol bedeutet das bei rund 540.000 Einwohnern etwa 3.000 bis 5.000 Menschen.

Mit moderner Therapie können rund 70 Prozent der Betroffenen anfallsfrei werden.

Epilepsie – viele Gesichter, viele Vorurteile

Epilepsie ist keine einheitliche Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene neurologische Störungen. Der bekannte Krampfanfall mit Bewusstlosigkeit ist nur eine von vielen Formen. Andere äußern sich durch kurze Aussetzer, Zuckungen oder ungewöhnliche Wahrnehmungen.

Trotz medizinischer Fortschritte sind Vorurteile nach wie vor verbreitet. Viele Betroffene erleben Ausgrenzung im Alltag, etwa in Schule oder Beruf. Oft ist es nicht die Krankheit selbst, sondern das Unwissen im Umfeld, das am meisten belastet.

Lila als Zeichen der Solidarität

Die Farbe Lila steht weltweit für Epilepsie – und zugleich für die Isolation, die viele Betroffene empfinden. Am Purple Day setzen Menschen ein sichtbares Zeichen: Sie tragen Lila, beleuchten Gebäude oder organisieren Aktionen zur Aufklärung.

Auch in Tirol engagieren sich Selbsthilfegruppen und Netzwerke wie „Epinet“, um Betroffene zu unterstützen und das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.

Erste Hilfe: Was bei einem Anfall zu tun ist

– Ruhe bewahren – viele Anfälle enden von selbst
– Gefährliche Gegenstände entfernen
– Nichts in den Mund stecken
– Nach dem Anfall stabile Seitenlage
– Notruf (112), wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert

Ein Zeichen gegen das Schweigen

Heute tragen Millionen Menschen weltweit Lila – als Zeichen dafür, dass Epilepsie kein Tabuthema sein darf. Die Idee eines Mädchens ist zu einer Bewegung geworden, die zeigt: Aufklärung ist der wichtigste Schritt gegen Vorurteile.

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