von ih 25.03.2026 15:42 Uhr

Südtirols Campingplätze setzen auf Nachhaltigkeit

Südtirols Campingbranche wird zunehmend umweltbewusster: Erstmals sind zwei Campingplätze mit dem Nachhaltigkeitslabel Südtirol ausgezeichnet worden. Der Camping Moosbauer in Bozen sowie der Camping Al Plan Dolomites in St. Vigil in Enneberg tragen nun die höchste Zertifizierungsstufe – Level 3 – und gelten damit als Vorreiter einer nachhaltigeren Tourismusentwicklung.

Foto: IDM/Simon Buono

Das Nachhaltigkeitslabel wurde Anfang 2023 zunächst im Tourismussektor eingeführt, verfolgt jedoch einen umfassenden Ansatz über alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Ziel ist es, nachhaltiges Wirtschaften langfristig zu verankern und Betriebe bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen zu unterstützen. Die Kriterien sind in drei Stufen gegliedert und berücksichtigen die unterschiedlichen Anforderungen kleiner und großer Unternehmen.

Insgesamt wurde das Label bislang 327-mal vergeben, darunter an 276 touristische Betriebe, 32 kleine und mittlere Unternehmen sowie 19 Destinationen. Seit Dezember 2024 können auch Campingplätze und Privatvermieter die Zertifizierung beantragen – ein Schritt, der nun erste sichtbare Ergebnisse zeigt.

Für Mia Egger Sigbritsdotter, Betreiberin des Camping Moosbauer, ist Nachhaltigkeit kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristiger Prozess: Bereits seit 2007 setzt ihr Betrieb auf umweltfreundliche Maßnahmen. Mit dem neuen Label werde dieses Engagement nun auch nach außen sichtbar. Gleichzeitig diene die Zertifizierung als Ansporn, bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln und transparent zu kommunizieren.

Auch Luca Complojer, Geschäftsführer und Miteigentümer des Camping Al Plan Dolomites, betont die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes. Nachhaltigkeit bedeute, stets die Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem im Blick zu behalten. Besonders Wildtiere reagierten sensibel auf menschliche Eingriffe. Deshalb sei es wichtig, touristische Angebote so zu gestalten, dass die Natur möglichst wenig belastet werde – ein Bewusstsein, das auch an Gäste weitergegeben werden soll.

Bei der Vergabe des Labels gelten strenge Kriterien. Voraussetzung ist unter anderem eine anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung nach internationalen Standards sowie eine umfassende Treibhausgasbilanz. Zudem müssen Betriebe regionale Einkaufsstrukturen nachweisen und konkrete Maßnahmen in Bereichen wie Ressourcenschonung, Abfallmanagement und Kommunikation umsetzen.

Auch bei der IDM Südtirol sieht man die Entwicklung positiv. Geschäftsführer Erwin Hinteregger bezeichnet die Ausweitung des Labels auf Campingplätze und weitere Branchen als logischen Schritt hin zu einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die ersten ausgezeichneten Campingbetriebe zeigten, dass die Bewegung wachse und Südtirol sich zunehmend als nachhaltige Destination positioniere.

Mit den neuen Zertifizierungen wird deutlich: Nachhaltigkeit spielt auch im Campingtourismus eine immer größere Rolle – und könnte künftig zum entscheidenden Qualitätsmerkmal für Gäste werden.

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