von mmh 24.03.2026 16:47 Uhr

Tirol investiert in regionale Schulen: Zusätzliche Mittel für 2026/27

Im Ringen um ausreichend Personal an Pflichtschulen zeichnet sich in Tirol eine Lösung ab. Nachdem es zuletzt zu Spannungen zwischen Bund und Land gekommen war, kommt die Republik den Forderungen Tirols nun schrittweise entgegen. Gleichzeitig stellt das Land auch für das Schuljahr 2026/27 zusätzliche Mittel bereit, um den Schulbetrieb abzusichern.

APA/dpa

Laut Verfassung ist der Bund für das Pflichtschulpersonal zuständig und trägt die Gehälter der Pädagogen. Dennoch hat Tirol in der Vergangenheit wiederholt eigene Mittel eingesetzt, um zusätzliche Stellen zu finanzieren – Aufgaben, die eigentlich großteils beim Bund liegen.

Tirol setzt auf regionale Schulen und zusätzliche Mittel

Landeshauptmann Anton Mattle betont die Bedeutung dieser Investitionen: „Gerade regionale Besonderheiten – wie die für Tirol so wichtige Klein- und Kleinstschulstruktur – werden in den zur Verfügung gestellten Bundesmitteln nicht ausreichend berücksichtigt.“ Tirol werde daher auch künftig mehr Personal finanzieren, als der Bund vorsehe.

Positiv bewertet Mattle aktuelle Schritte der Bundesregierung. So soll eine Dienstrechtsnovelle Entlastungsstunden für das mittlere schulische Management bringen. Dennoch zeigt sich in der Praxis seit Jahren, dass die Bundesmittel oft nur für ein Mindestangebot reichen. Auf Antrag von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele wurde daher die Mitfinanzierung des Landes für zusätzliche Personalressourcen im Schuljahr 2026/27 beschlossen.

Auch Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth unterstreicht: „Wir setzen damit ein starkes Signal für stabile Schulstandorte und die besten Bildungschancen für unsere Kinder und Jugendlichen.“

Fokus auf kleine Schulen und Prävention

Ein zentrales Ziel bleibt der Erhalt von Klein- und Kleinstschulen nach dem Prinzip „Schule im Ort“. Diese sichern wohnortnahe Bildung und stärken gleichzeitig die regionalen Strukturen.

Zudem fließen Mittel verstärkt in sogenannte Brennpunktschulen, um Bildungsarmut frühzeitig entgegenzuwirken. Interventionslehrpersonen sollen dabei helfen, Probleme rechtzeitig zu erkennen und etwa Schulabbrüche zu verhindern.

„Jeder Euro, den wir heute in Bildung investieren, ist eine Investition in die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes“, so Hagele.

Forderungen an den Bund bleiben aufrecht

Neben der Finanzierung zusätzlicher Stellen fordert Tirol weiterhin strukturelle Änderungen. Dazu zählt die Übernahme des Personals für die Anerkannte Europäische Schule Tirol durch den Bund. Das Modell gilt seit 2023 als Vorzeigeprojekt und wird stark nachgefragt. Auch die Einführung eines bundesweiten Berufsbildes „pädagogische Assistenz“ bleibt ein zentrales Anliegen. Derzeit werden Schulassistenten vor allem von Gemeinden angestellt und vom Land unterstützt. Tirol fordert, dass diese Finanzierung künftig vollständig vom Bund übernommen wird.

„Für die Finanzierung der pädagogischen Berufe ist grundsätzlich der Bund zuständig. Bei der Schulassistenz lässt der Bund die Gemeinden und das Land bislang im Regen stehen“, kritisiert Hagele.

Damit bleibt das Thema Bildung in Tirol weiterhin ein Balanceakt zwischen regionalem Engagement und bundespolitischer Verantwortung.

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