von lif 24.03.2026 10:29 Uhr

Ge®meinsam erhalten

Die Südtiroler Bauernjugend (SBJ) startet 2026 wieder die Initiative „GE®MEINSAM erhalten“, um Projekte zu fördern, die zur Erhaltung der Berglandwirtschaft beitragen und das bäuerliche Leben in Südtirol stärken. Ziel ist es, Landwirtschaft, Tradition und Gemeinschaft sichtbarer zu machen und näher zusammenzubringen.

Die Restaurierung des Mühlenrads der Stegmühle in St. Pankraz (Bild: SBJ)

Die Initiative basiert auf einer besonderen Erbschaft: Im Frühjahr 2021 erhielt die Südtiroler Bauernjugend gemeinsam mit dem Südtiroler Bauernbund und dem Bäuerlichen Notstandsfonds das Vermögen des fast 100-jährigen deutschen Bürgers Gerhard Metzger. Sein Wunsch war es, Bergbauern in Südtirol zu unterstützen und das traditionelle Brauchtum zu bewahren. 

Die Südtiroler Bauernjugend betrachtet diese Erbschaft als Gelegenheit, Projekte/Ideen zu unterstützen, die die Landwirtschaft im Berggebiet stärken und gleichzeitig das Bewusstsein für das bäuerliche Leben und Brauchtum in Südtirol schärfen. Das Spektrum ist bewusst breit gefächert – von der Erhaltung historischer Strukturen bis hin zu sozialen und bildungsorientierten Initiativen. Besonders willkommen sind Projekte, die auch die nicht-bäuerliche Bevölkerung einbinden und einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, so die Südtiroler Bauernjugend in einer Aussendung.

Was alles eingereicht werden kann:

  • Projekte, die, die nicht bäuerliche Bevölkerung für die landwirtschaftlichen Themen sensibilisieren und auf die Wichtigkeit der Landwirtschaft hinweisen.
  • Restaurierung und Renovierung von bäuerlichem Eigentum
  • Erhalt von bäuerlicher Tradition und Brauchtum (Weitergabe von bäuerlichem Handwerk)
  • Soziale Projekte in der Landwirtschaft und am Hof

Weitere Beispiele zu Projekten oder Ideen finden Sie auf der Webseite www.sbj.it/germeinsam-erhalten 

Die Teilnahme erfolgt über ein Formular auf www.sbj.it. Dieses wird ausgefüllt und per E-Mail an bauernjugend@sbb.it gesendet. Ergänzend können auch Fotos, Videos oder Präsentationen eingereicht werden. Die Auswahl der Projekte erfolgt nach Einsendeschluss durch eine fachkundige Jury aus Experten sowie Vertretern der Landwirtschaft und Gesellschaft. Das Gewinnerprojekt erhält bis zu 10.000 € und hat anschließend 1,5 Jahre Zeit, um die Idee umzusetzen. Das umgesetzte Siegerprojekt wird bei der Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend am 5. März 2028 präsentiert und ausgezeichnet. „Diese Erbschaft ist eine einzigartige Gelegenheit, die Zukunft der Landwirtschaft und des Brauchtums in Südtirol aktiv mitzugestalten“, betont Raffael Peer, SBJ-Landesobmann.

Siegerprojekte 2025

Bei der Mitgliederversammlung am 8. März wurde das Projekt Stegmühle in St. Pankraz ausgezeichnet. Es steht beispielhaft für den Gedanken von „GE®MEINSAM erhalten“, da hier mehrere Beteiligte gemeinsam daran gearbeitet haben, ein beinahe vergessenes Stück bäuerlicher Geschichte wieder zum Leben zu erwecken. Die Stegmühle ist Teil des historischen Mühlenwegs im Ultental, entlang dessen sich noch heute die Überreste zahlreicher alter Mühlen finden, die einst eine zentrale Rolle für die Versorgung und das gemeinschaftliche Leben im Tal spielten. Noch vor rund 15 Jahren war die Stegmühle funktionsfähig und diente dazu, Korn zu mahlen – eine Möglichkeit, die es im Ort sonst nicht mehr gab. Aufgrund hoher Instandhaltungskosten sowie der Zerstörung der Wasserzufuhr durch ein Unwetter konnte die Mühle jedoch nicht weiter betrieben werden und verfiel zunehmend. Durch die Auszeichnung und das damit verbundene Engagement wurde die Stegmühle nun restauriert, wieder funktionsfähig gemacht und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Ein ebenfalls gelungenes Beispiel ist das im Jahr 2025 prämierte Projekt „Ol(t)s HONDwerk“, das sich gezielt der Weitergabe von traditionellem bäuerlichem Handwerk widmet. Im Mittelpunkt stand eine Projektwoche für Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren, bei der alte Handwerkstechniken gezeigt wurden. Dabei lernten die Teilnehmenden unter fachkundiger Anleitung unter anderem das Goaßl bauen, Federkielstickerei, das Nähen eines traditionellen Schurzes sowie bei einem Bauernhoftag in Jenesien den Weg „vom Getreide zum Brot“ kennen. Durch das praktische Arbeiten wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ein Verständnis für Landwirtschaft, Kultur und Tradition gefördert. Mit dem Preisgeld von „GE®MEINSAM erhalten“ konnte im Folgejahr wieder ein Projekt zustande kommen. Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Organisationen – der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund, des Heimatpflegeverbands Südtirol und des Jugenddienstes Lana-Tisens. 

Bild 1: Die restaurierte Stegmühle in St. Pankraz im Ultental

Bild 2: Jugendlicher beim Goaßlbauen während der Projektwoche „Ol(t)s HONDwerk“ (Bilder: SBJ)

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