von mmh 24.03.2026 15:45 Uhr

Der Luchs ist zurück- Kamera fängt Tier im Pustertal ein

Eine seltene Wildtierart meldet sich in Südtirol zurück: Fotofallen haben erneut einen Luchs im Land bestätigt. Nachdem bereits im vergangenen Jahr einzelne Tiere am Brenner und im oberen Vinschgau dokumentiert wurden, gelang Anfang März nun auch im Pustertal, genauer im Gemeindegebiet von Pfalzen, eine eindeutige Aufnahme.

Bild von Markus Wittmann auf Pixabay

Möglich macht dies ein umfassendes Monitoring: Seit Februar sind landesweit mehr als 200 Wildtierkameras im Einsatz, die wertvolle Daten zur Verbreitung heimischer Tierarten liefern.

Klare Signale für Natur und Biodiversität

Für Luis Walcher ist der Nachweis ein Beleg für die Bedeutung dieser Maßnahmen: „Dieses Monitoring liefert uns verlässliche Daten und schafft eine sachliche Grundlage, um die Entwicklung verschiedener Wildarten in Südtirol genau zu verfolgen.“

Auch Landesforstdirektor Günther Unterthiner sieht darin ein positives Zeichen: „Die aktuellen Nachweise zeigen, dass sich diese äußerst heimliche und seltene Wildart wieder in Südtirols Wäldern bewegt; das ist ein positives Signal für Biodiversität und ökologische Stabilität.“

  • Anfang März hat eine Wildtierkamera im Gemeindegebiet von Pfalzen eine fotografische Bestätigung des Luchses erbracht. (Quelle: Landesamt für Wildtiermanagement)

Ausbreitung aus Nachbarregionen

Nicht nur in Südtirol gibt es Hinweise auf die Rückkehr des Luchses. Auch in Nordtirol wurden im vergangenen Jahr mehrere Nachweise registriert. In Graubünden wird der Bestand aktuell auf 15 bis 20 Tiere geschätzt, zudem sind dort weitere Wiederansiedlungen geplant.

Die Ausbreitung erfolgt vor allem von der Schweiz aus in Richtung Osten. Dank moderner Fototechnik können einzelne Tiere anhand ihrer einzigartigen Fellzeichnung identifiziert und mit internationalen Datenbanken abgeglichen werden.

Heimlicher Jäger mit großem Revier

Der Eurasische Luchs ist die größte Katzenart Europas und lebt äußerst zurückgezogen. Typisch sind seine Pinselohren, der kurze Stummelschwanz und das gefleckte Fell. „Luchse bevorzugen strukturreiche, ruhige Waldlebensräume und sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv“, erklärt Dominik Trenkwalder.

Sein Revier kann enorme Ausmaße annehmen: Ein männliches Tier – auch Kuder genannt – beansprucht bis zu 40.000 Hektar. Als reiner Fleischfresser jagt der Luchs vor allem Rehe und andere mittelgroße Wildtiere. Im Vergleich zu Wolf oder Bär verursacht er jedoch deutlich seltener Schäden in der Tierhaltung.

Die neuen Nachweise zeigen: Der Luchs ist zurück – und mit ihm ein wichtiges Stück natürlicher Vielfalt in Südtirol.

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