Smarte Bewässerung spart Wasser in Südtirols Landwirtschaft

„Wasser ist eine kostbare Ressource“, betont SBB-Landesobmann Daniel Gasser. Auch wenn Südtirol in der Regel über ausreichende Niederschläge verfüge, sei ein bewusster Umgang unerlässlich, um längere Trockenperioden gut überbrücken zu können. Die Landwirtschaft trage hier eine besondere Verantwortung und setze verstärkt auf innovative Lösungen.
Bereits heute sind große Teile des Obst- und Weinbaus mit Tropfbewässerung ausgestattet. Diese Methode bringt das Wasser gezielt zu den Pflanzen und vermeidet unnötige Verluste. Zunehmend kommen zudem Sensoren zum Einsatz, die Bodentemperatur und Feuchtigkeit messen. Auf Basis dieser Daten lässt sich der tatsächliche Wasserbedarf exakt bestimmen – die Bewässerung kann anschließend punktgenau, oft sogar per App, gesteuert werden.
Ein Vorreiter in diesem Bereich ist das Projekt „Smart Land“, das gemeinsam vom Beratungsring für Obst- und Weinbau, dem Versuchszentrum Laimburg und dem Energiedienstleister Alperia umgesetzt wurde. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Der Wasserverbrauch konnte um bis zu 40 Prozent reduziert werden, ohne Einbußen bei der Produktion.
Doch nicht nur im intensiven Obst- und Weinbau kommen die neuen Technologien zum Einsatz. Künftig sollen sie verstärkt auch in der Berglandwirtschaft genutzt werden. Im Rahmen des Projekts „Wasser-Pilot“ werden auf sieben ausgewählten Betrieben Feuchtigkeitssensoren installiert. Ziel ist es, die klassische Turnusbewässerung durch eine bedarfsgerechte Steuerung zu ersetzen.
Erste Auswertungen zeigen laut Bauernbund ein deutliches Einsparpotenzial – bei vergleichbarem Futterertrag. Das unterstreicht, dass sich auch in weniger intensiv bewirtschafteten Regionen Effizienzsteigerungen erzielen lassen.
Schätzungen zufolge werden derzeit etwa 25 bis 45 Prozent der Heuwiesen in Südtirol zumindest zeitweise bewässert. Angesichts zunehmender Wetterextreme und längerer Trockenphasen könnte der Bedarf künftig weiter steigen – umso wichtiger sei es, vorhandene Ressourcen so gezielt wie möglich einzusetzen.
Mit dem Ausbau smarter Bewässerungssysteme setzt die Südtiroler Landwirtschaft ein klares Zeichen: Technologischer Fortschritt und nachhaltiger Ressourcenschutz gehen Hand in Hand.
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