Investitionen in den Wald zahlen sich aus

„Wälder sind das Fundament für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und haben einen hohen wirtschaftlichen, gesundheitlichen, kulturellen und sozialen Nutzen“, betont Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser.
Tatsächlich erbringen Wälder eine Vielzahl an Leistungen, die oft im Verborgenen bleiben. So produzieren Nadelwälder pro Hektar jährlich rund 30 Tonnen Sauerstoff und filtern gleichzeitig etwa 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Luft. Auch für den Wasserhaushalt sind sie unverzichtbar: Wälder speichern große Mengen Regenwasser, reinigen es und stellen weltweit etwa drei Viertel des Trinkwassers bereit. Für rund 1,7 Milliarden Menschen ist der Wald sogar die wichtigste Trinkwasserquelle.
Eine Schlüsselrolle spielen Wälder zudem im Kampf gegen den Klimawandel. In einem Hektar Waldboden werden etwa 117 Tonnen Kohlenstoff gebunden. Gleichzeitig sorgen Wälder durch ihre Beschattung für einen natürlichen Kühleffekt. Holz wiederum gilt als CO₂-neutraler Rohstoff, der bei nachhaltiger Nutzung langfristig verfügbar ist.
Neben ihrer ökologischen Bedeutung sind Wälder auch wirtschaftlich von großer Relevanz. Weltweit sichern Forstwirtschaft und Holzverarbeitung rund 50 Millionen Arbeitsplätze und erwirtschaften jährlich mehr als 600 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus liefern Wälder zahlreiche weitere Produkte wie Beeren, Pilze, Kräuter oder Wildfleisch und dienen rund fünf Milliarden Menschen als Lebensgrundlage.
In Südtirol kommt dem Wald eine besondere Schutzfunktion zu: Mehr als die Hälfte der Waldflächen schützt vor Erosion, Steinschlag und anderen Naturgefahren. Gleichzeitig ist er ein wichtiger Erholungsraum. Studien zeigen, dass Aufenthalte im Wald positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
Damit Wälder all diese Funktionen erfüllen können, sind intakte Bestände entscheidend. „Investitionen in Waldschutz, Wiederaufforstung und nachhaltige Nutzung zahlen sich langfristig aus und sind deutlich günstiger als die Beseitigung von Schäden durch Extremereignisse“, erklärt Franz Locher, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Arbeitskreises Wald, Holz und Almen im Bauernbund.
Für die Zukunft sei es notwendig, die Wälder widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen – etwa durch stabile Mischwälder und angepasste Baumarten. Dabei spielen Waldbäuerinnen und Waldbauern eine zentrale Rolle. Ihre nachhaltige Bewirtschaftung werde in Südtirol unter anderem durch die PEFC-Zertifizierung sichergestellt.
Gleichzeitig bleibt die Waldarbeit eine große Herausforderung. Trotz zuletzt gestiegener Erlöse ist sie häufig wenig rentabel. Der Bauernbund fordert daher gezielte Investitionen in die Waldpflege sowie eine bessere Unterstützung der Waldbesitzer. Auch der Ausbau und die Instandhaltung von Forstwegen seien entscheidend, um etwa Schadholz effizient abtransportieren zu können.
Ein weiterer Ansatzpunkt liegt in der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. So könnten die 78 Fernheizwerke in Südtirol vollständig mit heimischem Brennholz versorgt werden. Auch die Förderung des Holzbaus sowie bestehende Infrastruktur wie die Verladestelle am Bahnhof Bozen tragen laut Bauernbund zur Wertschöpfung bei.
Die Botschaft zum Tag des Waldes ist damit klar: Wer heute in den Wald investiert, sichert nicht nur dessen vielfältige Funktionen, sondern auch wirtschaftliche Stabilität und Lebensqualität für kommende Generationen.






