von mmh 20.03.2026 11:44 Uhr

Früher sicher, heute nicht mehr? Ihre Meinung- UMFRAGE

Südtirol gilt seit jeher als eine der sichersten Regionen Europas. Saubere Städte, funktionierende Strukturen und ein vergleichsweise ruhiges gesellschaftliches Umfeld prägen das Bild. Doch in Gesprächen mit Bürgern zeigt sich zunehmend ein anderes Stimmungsbild: Viele berichten, dass ihr persönliches Sicherheitsgefühl in den vergangenen Jahren spürbar nachgelassen hat.

(Bild: KI generiert/ privat))

Vor allem in größeren Orten wie Bozen, Meran oder Brixen ist dieses Gefühl präsent. Während man früher ohne große Bedenken auch spätabends unterwegs war, überlegen sich heute viele zweimal, ob sie nachts noch alleine durch bestimmte Viertel gehen möchten. Einzelne Gegenden werden von manchen sogar bewusst gemieden. Dabei geht es nicht immer um konkrete Vorfälle, sondern oft um ein diffuses Gefühl von Unsicherheit.

Gefühlte Unsicherheit steigt – auch Entwicklungen bei bestimmten Delikten

Interessant ist: Das subjektive Sicherheitsgefühl entwickelt sich nicht immer parallel zur tatsächlichen Kriminalitätsstatistik. Während offizielle Zahlen teilweise stabil bleiben, berichten Bürger von mehr Belästigungen, unangenehmen Begegnungen oder einem generell veränderten Stadtbild. Besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an belebten Plätzen fühlen sich einige unwohler als noch vor zehn oder zwanzig Jahren.

Die aktuell verfügbaren Daten stammen aus der ASTAT-Erhebung für das Jahr 2023. Auch wenn sie nicht den allerneuesten Stand abbilden, zeichnen sie ein klares Bild der jüngeren Entwicklung. Demnach ist die Zahl der angezeigten Straftaten leicht um 2,7 % gestiegen. Auffällig ist dabei vor allem die Verschiebung innerhalb der Delikte: Während Diebstähle – mit über 40 % weiterhin die häufigste Straftat – insgesamt zurückgegangen sind, nehmen jene Delikte zu, die das Sicherheitsgefühl besonders stark beeinflussen. Dazu zählen vor allem Wohnungseinbrüche oder Sachbeschädigungen.

Auffällig ist auch der deutliche Anstieg bei Gewalt- und Sexualdelikten („Bluttaten“) um rund 28 %. Auch wenn diese im Verhältnis weiterhin seltener sind, prägen sie die öffentliche Wahrnehmung besonders stark. Ähnlich verhält es sich bei Raubüberfällen: insgesamt selten, aber mit einem starken Anstieg in Geschäften.

Diese Mischung aus Rückgängen bei „alltäglichen“ Delikten und Zunahmen bei emotional stark wahrgenommenen Straftaten könnte erklären, warum sich viele Menschen unsicherer fühlen – selbst wenn die Gesamtlage differenzierter ist.

Woran liegt das Unsicherheitsgefühl?

Die Ursachen für dieses wachsende Unbehagen werden unterschiedlich bewertet. Während einige vor allem gesellschaftliche Veränderungen oder Migration als Auslöser sehen, machen andere politische Entscheidungen oder eine zu milde Strafverfolgung verantwortlich. Wieder andere verweisen auf wirtschaftliche Unsicherheiten und soziale Spannungen.

Fest steht: Sicherheit ist nicht nur eine Frage von Zahlen, sondern auch von Vertrauen – in Institutionen, in Mitmenschen und in das eigene Umfeld. Und genau dieses Vertrauen scheint bei vielen zumindest ins Wanken geraten zu sein.

Umfrage: Wie sicher fühlen Sie sich in Südtirol?

Wie hat sich Ihr persönliches Sicherheitsgefühl in den letzten Jahren entwickelt?

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