100. Todestag von Julius Perathoner: Museumsverein Bozen stellt umfassendes Gedenkprogramm vor

Im Rahmen der Pressekonferenz wurde ein umfangreiches Programm präsentiert, mit dem der Museumsverein Bozen dem 100. Todestag von Bürgermeister Dr. Julius Perathoner gedenken will. Vorgesehen sind zwei Veranstaltungen im April 2026, die sich auf unterschiedliche Weise mit Leben, Wirken, Vermächtnis und historischer Bedeutung Perathoners auseinandersetzen.
Festakt am 17. April 2026 am Rathausplatz
Am Freitag, 17. April 2026, dem 100. Todestag Julius Perathoners, wird um 19.00 Uhr am Rathausplatz in Bozen ein Festakt stattfinden. Dieser Festakt soll für historisch interessierte Bürger beider Sprachgruppen eine Auseinandersetzung mit dem Lebenswerk Julius Perathoners darstellen.
Referenten beider Sprachgruppen werden sich in vier Abschnitten – Leben, Wirken, Vermächtnis und Zukunft – der Person Julius Perathoners und seinem Wirken nähern.
Leben und Persönlichkeit Julius Perathoners
Walter Landi wird darüber berichten, weshalb an diesen Mann heute gedacht wird. Christoph von Ach wird über seine Biographie und die aus heutiger Sicht oft erstaunlichen Brüche in seiner Weltanschauung sprechen. Klaudia Perathoner, eine Nachfahrin des Bürgermeisters, wird über ihren Vorfahren erzählen.
Perathoners politisches und gesellschaftliches Wirken
Im Anschluss folgen zwei Referenten, die sich dem Wirken Perathoners widmen. Univ.-Prof. Kurt Scharr wird über seine Tätigkeit als Bürgermeister sowie als Landtags- und Reichsratsabgeordneter sprechen. Ettore Frangipane wird sich mit seinem Wirken in Bezug auf die italienische Sprachgruppe in Bozen befassen.
Vermächtnis und Blick in die Zukunft
Das Vermächtnis Perathoners werden Frau Professorin Gunda Barth Scalmani und der Bozner Historiker Carlo Romeo näherbringen. Abschließend werden Vertreter der Landes- und Stadtpolitik über die heutige Bedeutung Perathoners sprechen und darüber, was davon für die Zukunft relevant sein kann.
Vereine mit historischer Verbindung eingebunden
Ein besonderes Anliegen war es dem Museumsverein Bozen, jene Vereine einzubinden, zu denen Julius Perathoner eine besondere Beziehung hatte. Deshalb wurden der Südtiroler Sportverein Bozen, die Freiwillige Feuerwehr Bozen, der Männergesangverein Bozen und die Stadtkapelle Bozen gebeten, jeweils ein Intermezzo zu gestalten, das die einzelnen Abschnitte auflockert.
Die Schützenkompanie Gries war zudem so freundlich, den anschließenden Umtrunk am Gumerplatz zu übernehmen, zu dem die Teilnehmer herzlich eingeladen sind.
Szenische Lesung am 24. April 2026 im Merkantilgebäude
Die zweite Initiative wird eine Woche später stattfinden: Am Freitag, 24. April 2026, mit Beginn um 20.00 Uhr, wird im Ehrensaal des Merkantilgebäudes eine szenische Lesung veranstaltet.
Dabei wird von einem Erzähler die historischen Fakten dargelegt, die zum gewaltsamen Sturz Julius Perathoners durch die Faschisten geführt haben, bis hin zu seinen letzten Lebensjahren. Begleitet wird diese Lesung von Meldungen aus zeitgenössischen Zeitungen in italienischer und deutscher Sprache.
Musikalische Umrahmung durch den Kleinen Chor Bozen
Musikalisch umrahmt wird die Lesung vom Kleinen Chor Bozen, der als Nachfolgeverein der Sängerriege des Turnvereins Bozen eine historische Brücke zu Perathoner bildet.
Zu beiden Veranstaltungen sind die Bürgerschaft Bozens, aber auch Interessierte aus dem ganzen Land und darüber hinaus herzlich eingeladen.
Wissenschaftliche Tagung im Oktober 2026
Besonders erfreulich ist laut den Veranstaltern auch, dass sich vom 1. bis 3. Oktober 2026 eine wissenschaftliche Tagung der Geschichte Bozens um die Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg im Vergleich zu anderen Städten dieser Größenordnung widmen wird. Veranstaltet wird diese Tagung vom Südtiroler Kulturinstitut.
Dazu wird das Kulturinstitut getrennt einladen. Dennoch sind die Veranstaltungen insofern verschränkt, als mit Univ.-Prof. Kurt Scharr, dem wissenschaftlichen Leiter der Tagung, und Frau Professorin Gunda Barth Scalmani zwei namhafte Referenten eine Verbindung zwischen den Initiativen des Kulturinstituts und jenen des Museumsvereins darstellen.
Sonderausstellung unterstreicht Zusammenarbeit mit der Stadt
Abschließend wurde auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen hingewiesen. Diese werde auch durch die in kürzester Zeit realisierte Sonderausstellung unterstrichen, die im Anschluss an die Pressekonferenz eröffnet wurde.
Erinnerung an eine prägende Persönlichkeit der Stadtgeschichte
Mit den vorgestellten Initiativen soll dem 100. Todestag des letzten deutschen Bürgermeisters von Bozen in würdiger Form gedacht werden. Zugleich bieten die Veranstaltungen die Gelegenheit, sich eingehend mit Leben, Wirken und Vermächtnis von Julius Perathoner auseinanderzusetzen und seine historische Bedeutung für Bozen über Sprachgrenzen hinweg neu ins Bewusstsein zu rufen.






