Pustertaler Schützen setzen Zeichen

Bereits der Auftakt spiegelte die Verbundenheit von Tradition und Gemeinschaft wider: Trotz winterlicher Bedingungen mit Schneegestöber versammelten sich die teilnehmenden Kompanien beim Langlaufzentrum. Nach der Aufstellung und Frontabschreitung marschierten die Formationen – angeführt von der Bezirksleitung und begleitet von der Bürgerkapelle Sand in Taufers – zur Pfarrkirche zum Hl. Wolfgang.
Dort wurde ein feierlicher Wortgottesdienst abgehalten, gestaltet von Heidi Zimmerhofer und musikalisch umrahmt von einer Bläsergruppe. Im Anschluss gedachten die Schützen auf dem Friedhof ihrer im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden. Eine Kranzniederlegung sowie eine präzise Ehrensalve der Ehrenkompanie Rein unter Hauptmann Andreas Bacher verliehen dem Gedenken einen würdigen Rahmen.
Die anschließende Bezirkssitzung fand erstmals im neu errichteten Schulgebäude mit Vereinssaal statt. Bezirksmajor Thomas Innerhofer begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und Teilnehmer und dankte insbesondere der ausrichtenden Schützenkompanie Rein für die Organisation. In seinem Rückblick erinnerte er an die sogenannten „Puschtra Buibm“ – Männer, die sich für die Zukunft Tirols eingesetzt haben. Neben Siegfried Steger wurde auch Sepp Forer gedacht, dessen Begräbnis im April 2025 ebenfalls große Anteilnahme erfahren hatte.
Inhaltlich blickte Innerhofer auf ein aktives Jahr zurück. Aktionen zum Thema „Ausverkauf der Heimat“ fanden sowohl in sozialen Medien als auch im öffentlichen Raum statt und sorgten für Aufmerksamkeit. Auch organisatorisch gab es Neuerungen: Bei der Neuwahl auf Bundesebene wurden erstmals zwei Vertreter aus dem Pustertal in die Bundesleitung gewählt. Die enge Zusammenarbeit mit Osttirol zeigte sich zudem beim Gesamtpustertaler Schützentreffen in Bruneck.
Die Berichte der Referenten verdeutlichten die Vielfalt der Tätigkeiten im Bezirk. Besonders im Bereich der Jungschützen wurde ein umfangreiches Programm umgesetzt – von Ausflügen über Wettbewerbe bis hin zum Leistungsabzeichen in Gais. Auch die Marketenderinnen, das Schießwesen und die Ausbildung wurden als tragende Säulen hervorgehoben. Ein besonderer sportlicher Erfolg gelang beim Alpenregionsschießen in Goldrain, bei dem Südtirol erstmals den Sieg erringen konnte.
Neben den Berichten prägten auch zahlreiche Grußworte den Bezirkstag. Bürgermeister Josef Nöckler betonte die starke Rolle der Schützenkompanien in der Gemeinde und deren Beitrag zur Pflege von Tradition und Brauchtum. Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Pustertal, Robert Alexander Steger, sprach den Dank der Bevölkerung für das Engagement der Schützen aus.
Deutliche Worte fand Landeskommandant-Stellvertreter Stefan Liensberger, der die Rolle des Schützenbundes als Sprachrohr der Bevölkerung unterstrich. Ob bei gesellschaftlichen Entwicklungen oder regionalpolitischen Themen – der Schützenbund sehe es als seine Aufgabe, Position zu beziehen und Anliegen der Bevölkerung zu vertreten.
Auch die Vertreter aus dem Vinschgau und Osttirol hoben in ihren Grußworten die Bedeutung von Zusammenhalt und gelebter Tradition hervor. Den Abschluss bildeten die Worte von Bundesexerzierreferent Andreas Thoma, der die Bedeutung eines disziplinierten und würdevollen Auftretens für die öffentliche Wahrnehmung der Schützen betonte.
Mit der Landeshymne und einem gemeinsamen Mittagessen klang der Bezirkstag schließlich aus – als eine Veranstaltung, die Erinnerung, Gemeinschaft und Zukunft gleichermaßen in den Mittelpunkt stellte.
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