von mmh 18.03.2026 10:42 Uhr

Liste Fritz alarmiert: Matrei droht Millionengeschenk an Schultz-Konzern

In Matrei in Osttirol sorgen Altlasten aus der Ära des früheren ÖVP-Bürgermeisters Andreas Köll weiterhin für Diskussionen. Die aktuelle Gemeindeführung steht unter Druck, und auch die Tiroler Landesregierung ist gefordert, wie Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint betont. 

Markus Sint (Foto: Liste Fritz)

Hotelprojekt Schultz sorgt für Streit

Sint brachte die Problematik ins Rollen, indem er Bürgermeister Raimund Steiner im Finanzkontrollausschuss zu einem Hotelprojekt der Firma Schultz befragte. Ein Vertrag aus dem Jahr 1995, als Köll Bürgermeister war und gleichzeitig für den Schultz-Konzern tätig war, sichert dem Konzern beim Bau eines Hotels die Erlassung der halben Erschließungskosten zu.

„Hier geht es um eine Million Euro, die die finanziell angeschlagene Gemeinde Matrei dem reichen Schultz-Konzern erlassen soll“, erklärte Sint. „Solange die Gemeinde jeden Euro ihrer Bürger benötigt und das Land noch Gelder zuschießt, darf sie keine Einnahmen nachlassen oder Förderungen gewähren. Matrei hat nichts zu verschenken.“ Er forderte die Tiroler Landesregierung auf, in dieser Frage die „Stopptaste“ zu drücken: Würde der Konzern die Million genehmigt bekommen und das Land zustimmen, könnten keine weiteren Förderungen aus Landesmitteln erfolgen.

Fragwürdiger Ausbau der Bergrettungshütte

Auch beim Ausbau der Bergrettungshütte im Schultz-Skigebiet sieht Sint Handlungsbedarf. „Es tauchen Fragen auf: Wurde die Ferienwohnung mit Whirlpool und Sauna ordnungsgemäß genehmigt? Wer nutzt sie und wofür? Und ist die Pacht von 270 Euro pro Jahr durch die Matreier Goldried Bergbahnen angemessen? Das sind nur 74 Cent pro Tag“, kritisierte Sint. Er sprach die Möglichkeit an, dass der Pachtvertrag unterwertig oder sittenwidrig sein könnte.

Sint betonte abschließend: „Die Marktgemeinde Matrei ist finanziell noch nicht abgesichert, der Schuldenberg ist hoch, und die Unterstützung durch Bürger und Steuerzahler bleibt notwendig. Jeder Vertrag muss geprüft und die Altlasten aus der Ära von Alt-Bürgermeister Köll aufgeräumt werden.“

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite