„Pustertaler Straße – Overtourism – und wir“: Podiumsdiskussion über ein Problem, das nicht mehr zu übersehen ist

Dabei geht es nicht nur um einzelne Ärgernisse, sondern um eine Entwicklung, die immer mehr Einheimische als bedrohlich empfinden.
Das Pustertal spürt die Folgen einer Schieflage
Denn die Probleme sind längst nicht mehr zu übersehen. Die Pustertaler Straße ist in vielen Abschnitten zu einem Sinnbild jener Fehlentwicklung geworden, unter der das Tal leidet. Gerade während der Sommer- und Wintersaison reiht sich Fahrzeug an Fahrzeug, Staus gehören zum Alltag, und für viele wird schon der Weg zur Arbeit, zum Krankenhaus oder zum Einkaufen zu einer Geduldsprobe.
Was nach außen oft als Zeichen wirtschaftlicher Stärke dargestellt wird, hat für die einheimische Bevölkerung längst eine andere Seite. Das tourismusgeplagte Pustertal erlebt seit Jahren, wie Wachstum nicht nur Wohlstand bringt, sondern immer stärker auch die Lebensqualität aushöhlt. Wo früher Heimat war, macht sich zunehmend das Gefühl breit, nur noch mitlaufen zu müssen in einer Entwicklung, die andere vorantreiben und deren Folgen die Einheimischen zu tragen haben.
Mehr als nur ein Verkehrsproblem
Dabei ist der Verkehr nur ein Teil eines größeren Gesamtbildes. Fehlender Wohnraum, immer mehr Zweitwohnungen, steigender Druck auf Dörfer und Infrastruktur: Vieles fügt sich zu einer Situation zusammen, die für zahlreiche Pusterer alarmierend ist. Die Einheimischen haben den Eindruck, dass die wirtschaftliche Entwicklung an ihren Bedürfnissen vorbeigeht und die Belastungen zukünftig weiter zunehmen werden.
Gerade deshalb kann auch der Tourismus bei einer Diskussion über die Verkehrsbelastung nicht ausgeklammert werden. Zu offensichtlich ist der Zusammenhang zwischen Besucherdruck, Überlastung der Straßen und den Folgen für den Alltag der Bevölkerung. Die Frage steht immer offener im Raum, wie viel ein Tal noch tragen kann, bevor es seinen Charakter und seine Lebensqualität dauerhaft einbüßt.
Schützen greifen Sorgen aus der Bevölkerung auf
Der Schützenbezirk Pustertal verweist darauf, dass die Schützen in den Gemeinden des Tales fest verankert sind und immer wieder direkt mit den Sorgen der Bürger konfrontiert werden. Aus diesen Rückmeldungen heraus wurde die Aktionsreihe „Ausverkauf der Heimat“ ins Leben gerufen. Die Podiumsdiskussion in Olang soll nun den Abschluss dieser Reihe bilden und die drängenden Fragen noch einmal gebündelt auf den Tisch bringen.
Ziel der Veranstaltung ist es, verschiedene Sichtweisen aus Politik, Wirtschaft und Interessenvertretungen zusammenzuführen und offen darüber zu sprechen, wie dem zunehmenden Verkehr und den damit verbundenen Fehlentwicklungen begegnet werden kann. Gerade weil das Problem so viele Lebensbereiche berührt, soll es bewusst aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet werden.
Mehrere Stimmen, unterschiedliche Interessen
Auf dem Podium werden dazu Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, der Landtagsabgeordnete Sven Knoll, die HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer, ASGB-Fachsekretär Klaus Schier, HPV-Obfrau Claudia Plaikner sowie SSB-Landeskommandant Christoph Schmid erwartet. Moderiert wird der Abend von Alfred E. Mair.
Gerade diese Zusammensetzung verspricht eine Diskussion, in der unterschiedliche Interessen offen aufeinandertreffen. Denn dass die Belastungen im Pustertal weiter zunehmen, bestreitet kaum jemand mehr. Umso entscheidender ist die Frage, ob es beim Reden bleibt oder ob endlich Wege gefunden werden, um den Verkehr, den Ausverkauf von Lebensraum und den wachsenden Druck auf die Bevölkerung tatsächlich einzudämmen.
Ein Thema, das das ganze Tal angeht
Die Podiumsdiskussion findet am Freitag, 20. März, im Kongresshaus von Olang statt und beginnt um 20.00 Uhr. Wer sich ein Bild davon machen will, wie ernst die Lage im Pustertal inzwischen geworden ist, und wer hören will, welche Antworten Politik, Wirtschaft und Interessenvertreter auf diese Entwicklung geben, wird an diesem Abend Gelegenheit dazu haben.






