von veo 17.03.2026 10:17 Uhr

Innsbruck: Überdosis mit 13

Drei junge Menschen sterben binnen weniger Tage – Polizei und Experten gehen von Drogenbezug und kriminellen Strukturen aus. Wie die österreichische Tageszeitung Heute (Heute.at) berichtet, richten sich Ermittlungen auch gegen mögliche Täter und Hintermänner.

Symbolbild von Andreas Lischka auf Pixabay

Tragischer Tod und Todesfälle in kurzer Folge

In Innsbruck wurde am 12. März ein 13‑jähriges Mädchen tot aufgefunden – nur zwölf Tage nach ihrem Geburtstag am 26. Februar. Sie hatte ihren Geburtstag noch gefeiert und stammte aus dem Tiroler Oberland. Die Leiche wurde in einer Wohnung im Stadtteil Wilten entdeckt, wo bereits fünf Tage zuvor ein etwa 18‑jähriger junger Mann gestorben war. Unweit davon war erst kürzlich eine 16‑jährige Freundin des Mädchens beerdigt worden, die am 28. Februar in einer anderen Wohnung im Unterland ums Leben gekommen war. Bei allen drei Todesfällen stehen Drogenkonsum oder -bezug im Verdacht, ein abschließendes toxikologisches Ergebnis lag zunächst aber noch nicht vor. Ermittler und die Polizei erörtern die Umstände der Todesfälle und mögliche Verbindungen zwischen den Opfern.

Verdacht auf kriminelle Strukturen und Ausnutzung Jugendlicher

Die Polizei geht davon aus, dass alle drei Opfer Teil derselben Gruppierung gewesen sein könnten, die in kriminelle Aktivitäten verstrickt ist. Laut Aussagen von Experten, darunter Klaus Kapelari vom Kompetenzzentrum Gewaltschutz, werden junge und teils noch strafunmündige Mädchen gezielt an Drogen gewöhnt. Zunächst erhielten sie Rauschgift zu geringen Preisen; später würden hohe „Kosten“ gefordert, unter anderem in Form einschlägiger Fotos. Teilweise seien die Mengen der verabreichten Drogen so hoch gewesen, dass die Mädchen das Bewusstsein verloren hätten.

Ermittlungen richten sich auch auf mögliche sexuelle Ausbeutung und Missbrauch: Wenn betroffene Jugendliche den steigenden Drogenbedarf nicht finanzieren können, werde dies durch sexuelle Gefälligkeiten „beglichen“, heißt es. Die Polizei prüft derzeit Hinweise auf sexuellen Missbrauch bis hin zur Vergewaltigung von Unmündigen sowie, wer den Opfern die tödlichen Substanzen gegeben haben könnte. Kommt es zu einer Klärung in diesem Punkt, drohen den mutmaßlichen Tätern Anklagen wegen fahrlässiger Tötung. Auch der Mieter der Wilten‑Wohnung, in der das 13‑jährige Mädchen und der junge Mann starben, steht im Fokus der Ermittlungen.

Erklärende sowie abschließende Aussagen der Behörden zu den genauen Todesursachen und möglichen Haftbefehlen standen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.

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