von lif 16.03.2026 15:23 Uhr

SVP lässt Chance für Josefitag erneut verstreichen

Der Einsatz für die Wiedereinführung des Josefitages als gesetzlichen Feiertag in Südtirol geht weiter. Ein entsprechender Begehrensantrag der Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Myriam Atz, wurde in der vergangenen Woche im Südtiroler Landtag von der Landesregierung erneut abgelehnt.

Bild: SHB

Der Antrag sah vor, den Josefitag am 19. März anstelle des erst kürzlich von Rom eingeführten Franziskustages am 4. Oktober als gesetzlichen Feiertag einzuführen. Aus Sicht der Süd-Tiroler Freiheit wäre dies ein starkes Signal gewesen, um die Tiroler Tradition wieder stärker zu verankern. Der Josefitag ist in Südtirol zugleich auch Vatertag und habe somit neben der religiösen auch eine starke gesellschaftliche Bedeutung. Diesen Tag als arbeits- und schulfreien Tag gemeinsam mit den Vätern in der Familie verbringen zu können, sei ein zusätzlicher Grund, sich für den 19. März als Feiertag für Südtirol auszusprechen, so Myriam Atz in einer Aussendung. 

„Die SVP hat einmal mehr die Chance verpasst, den Josefitag wieder als Feiertag einzuführen. Hätte der Landtag dem Begehrensantrag zugestimmt, hätten wir nun ein offizielles Dokument des höchsten politischen Gremiums unseres Landes in der Hand. Damit hätte man über die Südtiroler Parlamentarier in Rom zusätzlichen Druck auf die italienische Regierung ausüben können und zugleich den klaren Willen eines großen Teiles der Südtiroler Bevölkerung zum Ausdruck gebracht“, erklärt die Landtagsabgeordnete. Dabei seien die politischen Vorzeichen für eine Wiedereinführung derzeit so günstig wie lange nicht mehr. Erst kürzlich wurde auf staatlicher Ebene mit dem Franziskustag ein neuer Feiertag eingeführt. Damit verlieren auch jene Argumente an Gewicht, wonach ein zusätzlicher Feiertag zu hohe Kosten verursachen oder zu viele Arbeitsstunden ausfallen lassen würde. Der Vorschlag der Süd-Tiroler Freiheit sah deshalb ausdrücklich vor, den Franziskustag durch den Josefitag zu ersetzen.

Auch die häufig angeführte Ablehnung durch die Sozialpartner sei laut Atz nicht so eindeutig, wie vom Landeshauptmann dargestellt. Bereits in früheren Gesprächen habe es neben kritischen Stimmen auch Befürworter gegeben. „Wenn nun nicht einmal ein zusätzlicher Feiertag geschaffen werden müsste, sondern lediglich ein Datum ausgetauscht wird, dürfte eine sachliche Diskussion noch klarer ausfallen“, so Atz. Die Süd-Tiroler Freiheit kündigt an, sich weiterhin konsequent für die Wiedereinführung des Josefitages einzusetzen. Der 19. März sei nicht nur ein wichtiger kirchlicher Gedenktag und Vatertag, sondern auch ein fester Bestandteil der Tiroler Tradition und Identität.

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