von mmh 15.03.2026 11:36 Uhr

„Nur Selbstbestimmung schützt unsere Heimat“- Appell für die Zukunft Südtirols

Beim 22. Bezirkstag des Schützenbezirks Burggrafenamt/Passeier am 14. März 2026 zog Bezirksmajor Hannes Holzner eine Bilanz über ein ereignisreiches Jahr 2025 – und sparte dabei nicht mit scharfer Kritik an der Landes- und Staatspolitik. Besonders das Ehrenamt und die aktuelle Autonomiereform standen im Mittelpunkt seiner Rede.

(Foto/Abdruck: (c) Schützenbezirk Burggrafenamt-Passeier)

Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

Vor zahlreichen Ehrengästen, darunter Bürgermeister Alex Turato, Landeskommandant Christoph Schmid sowie Vertreter benachbarter Schützenbezirke und der Bauernjugend, hob Holzner die Höhepunkte des vergangenen Jahres hervor. Dazu zählten die Andreas-Hofer-Landesgedenkfeier in St. Leonhard, das erfolgreiche Bezirksschützenfest in Kuppelwies sowie das 75. Wiedergründungsjubiläum der Schützenkompanie Walten. Auch die Teilnahme am Meraner Traubenfest und diverse Gedenkfeiern zeugten von der starken gesellschaftlichen Präsenz der Schützen.

Kritik am „Bürokratie-Monster“ Ehrenamt

Trotz des engagierten Einsatzes der Mitglieder äußerte Holzner Sorgen über die politische Lage. Mit deutlichen Worten kritisierte er die Verzögerungen beim versprochenen Landesregister für ehrenamtliche Vereine. „Die Politik hat uns abermals nur leere Verheißungen gebracht“, sagte Holzner. Dass das Register nun erst im dritten Quartal 2026 verfügbar sein soll, während in Italien bereits das Gesetz des Dritten Sektors gilt, stelle viele Vereine vor existenzielle Planungsschwierigkeiten. Der Schützenbezirk kündigte an, den Druck auf die Entscheidungsträger massiv zu erhöhen.

Zweifel an der Autonomiereform

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war der Schutz der deutschen Sprache und Kultur in Südtirol. Holzner zeigte sich besonders skeptisch gegenüber der aktuellen Autonomiereform. Dass ausgerechnet „Südtirol-Gegner“ im römischen Parlament über die Reform jubeln, sei ein Alarmsignal. Holzner verglich die Besetzung der zuständigen Gremien mit einem „Fuchs, den man in den Hühnerstall sperrt, um auf die Hühner aufzupassen“. Es bestehe die Gefahr, dass Rechte Südtirols bei den Verhandlungen verspielt würden.

Selbstbestimmung als Schlüssel

Abschließend bekräftigte der Bezirksmajor die Forderung des Schützenbezirks nach Selbstbestimmungsrecht. Dies sei die einzige langfristige Sicherheit für kommende Generationen, um einer schleichenden Italianisierung entgegenzuwirken. „Nur wenn wir selbst über unsere Zukunft entscheiden, können wir unsere Heimat bewahren“, schloss Holzner unter dem Applaus der anwesenden Schützen und Marketenderinnen.

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