von mmh 13.03.2026 16:37 Uhr

Österreich digitalisiert: So wird Verwaltung ab sofort einfacher und schneller

Die österreichische Verwaltung steht vor einem entscheidenden Schritt in Richtung Digitalisierung. Bund, Länder und Gemeinden haben im Rahmen der Reformpartnerschaft die Novelle des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) beschlossen. Ziel ist es, digitale Technologien rechtssicher in Behörden einzusetzen und Verfahren für Bürger einfacher, schneller und zugänglicher zu gestalten.

APA/dpa

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zu einem klaren Ziel: ein öffentlicher Dienst, der funktioniert wie das Leben der Menschen heute“, erklärte Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll. Wer weniger Formulare ausfüllen muss, Anträge rund um die Uhr stellen kann und Leistungen automatisch erhält, erlebt laut Pröll, dass Verwaltung auch anders geht.

Staatssekretär Jörg Leichtfried betonte, dass die AVG-Novelle das Vertrauen in Behörden stärken soll. „Die Bürger sollen spüren, dass Verwaltung keine Zumutung ist, sondern ein Service, der funktioniert. Effizienz ist Bürgerservice“, so Leichtfried. Sepp Schellhorn ergänzte, dass es jetzt darauf ankomme, Strukturen schlanker und schneller zu machen, während Jakob Wolf vom Land Tirol die Bedeutung für Länder und Gemeinden hervorhob: „Die Novelle schafft die rechtlichen Voraussetzungen für bürgernahe, barrierefreie und rechtssichere digitale Lösungen.“

Vier Reformpunkte im Überblick

  1. Chatbots erleichtern Behördenkontakte
    Bisher liefern kommunale Chatbots vor allem Informationen. Mit der AVG-Novelle können sie künftig Bürgeranliegen direkt aufnehmen, beim Ausfüllen von Formularen unterstützen und diese digital an die zuständigen Stellen weiterleiten.
  2. No-Stop-Verfahren automatisieren Prozesse
    Verfahren sollen automatisch eingeleitet werden, ohne dass Bürger selbst Anträge stellen müssen. Beispiele sind die antragslose Familienbeihilfe oder die Arbeitnehmerveranlagung.
  3. Automatisierte Entscheidungen für einfache Fälle
    Die Novelle erlaubt es, in standardisierten Fällen Entscheidungen vollständig automatisiert zu treffen. Das beschleunigt die Bearbeitung und entlastet die Verwaltung, sodass mehr Kapazität für komplexere Anliegen bleibt.
  4. Online-Zahlungen statt klassischem Erlagschein
    Die Bezahlung von Verwaltungsstrafen per Erlagschein gehört bald der Vergangenheit an. QR-Codes und Online-Banking sollen den Bürgern ermöglichen, digitale Zahlungen sicher und bequem vorzunehmen.

Digitalisierung mit Fokus auf Barrierefreiheit

Besonders wichtig ist, dass digitale Verfahren allen Bürgern zugänglich sind – rund um die Uhr, unabhängig von Ort oder Öffnungszeiten. Sprachunterstützung, einfache Dialogsysteme und automatisierte Abläufe sollen dafür sorgen, dass auch Menschen mit geringeren digitalen Kenntnissen oder körperlichen Einschränkungen problemlos auf Verwaltungsdienste zugreifen können.

Die AVG-Novelle stellt somit einen zentralen Schritt hin zu einer modernen, praxistauglichen und bürgerfreundlichen Verwaltung in Österreich dar. Sie soll zeigen, dass Behördenservice effizient, transparent und den Bedürfnissen der Bürger angepasst sein kann.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite