von ih 13.03.2026 19:44 Uhr

Die Böhsen Onkelz und Wien: Vom Livealbum zum Stadionkonzert

Wenn die Böhse Onkelz am 20. Juni 2026 erstmals im Wiener Ernst-Happel-Stadion auftreten, schließt sich für die Frankfurter Rockband ein Kreis. Kaum eine andere internationale Stadt außerhalb Deutschlands ist so eng mit einem wichtigen Kapitel ihrer Bandgeschichte verbunden wie Wien. Bereits Anfang der 1990er-Jahre schrieb die Band hier Musikgeschichte – mit ihrem ersten großen Livealbum Live in Vienna.

Die Böhsen Onkelz werden im Sommer 2026 ihr größtes Österreich-Konzert geben. Foto: KI-generiert.

Ein legendärer Abend im Wiener Messepalast

Der Grundstein dieser besonderen Verbindung wurde Ende 1991 gelegt. Damals spielten die Böhsen Onkelz ein Konzert im Wiener Messepalast vor rund 5000 Fans – für die Band zu dieser Zeit eine enorme Zuschauerzahl.

Das Konzert wurde mit mehreren mobilen Kameras aufgezeichnet. Ursprünglich sollte das Material lediglich für ein VHS-Livevideo verwendet werden, doch schnell wurde klar: Dieser Auftritt hatte das Potenzial für mehr.

Am 16. März 1992 erschien schließlich Live in Vienna, das erste große Livealbum in der Geschichte der Böhsen Onkelz. Die Veröffentlichung fiel ironischerweise auf einen Freitag, den 13. – ein Datum, das normalerweise als Unglückstag gilt. Für die Band markierte es jedoch einen wichtigen Meilenstein.

Einblick hinter die Kulissen

Die Aufnahmen aus Wien zeigen die Band in einer intensiven Phase ihrer Karriere. Sänger Kevin Russell präsentierte sich stimmlich stark, gleichzeitig aber am Rand des Chaos – ein Zustand, der die rohe Energie der frühen Onkelz-Jahre prägte.

Ein ungewöhnlicher Moment des Abends: Bassist Stephan Weidner betrat bereits vor dem Konzertbeginn die Bühne, um eine Ansage an das Publikum zu richten – ein Vorgehen, das damals nicht selbstverständlich war. Parallel wurden Interviews mit der Band aufgezeichnet. Diese führte Metal-Hammer-Redakteur Rainer Funk, und sie wurden später in das Livevideo integriert.

Auch eine weniger angenehme Szene des Abends fand ihren Weg in die Aufnahmen: Während des Konzerts kam es zu einem Zwischenfall im Publikum, als ein „Skingirl“ die iranische Freundin von Stephan Weidner beleidigte. Die Band reagierte entschlossen – ein Moment, der sinnbildlich für ihre damalige Entscheidung stand, künftig konsequenter gegen Störer vorzugehen.

Wien als Meilenstein der Bandgeschichte

Das Wiener Konzert von 1991 war damit weit mehr als nur ein Tourstopp. Es dokumentierte eine Band, die gerade begann, ihre eigene Geschichte zu schreiben.

Live in Vienna gilt heute unter Fans als Zeitdokument der frühen Onkelz-Jahre und als Beginn einer langen Reihe erfolgreicher Liveproduktionen.

Das nächste Kapitel: 2026 im Ernst-Happel-Stadion

Mehr als drei Jahrzehnte später kehren die Böhsen Onkelz nun an jenen Ort zurück, an dem ein entscheidendes Kapitel ihrer Karriere begann. Am 20. Juni 2026 wird die Band erstmals im Wiener Ernst-Happel-Stadion auftreten – dem größten Stadion Österreichs.

Damit wächst der Rahmen erheblich: Wo einst 5000 Fans im Messepalast standen, könnten nun Zehntausende das Konzert erleben. Für viele langjährige Anhänger wird dieser Abend mehr sein als nur ein weiteres Onkelz-Konzert – er wird eine Rückkehr an einen historischen Ort der Bandgeschichte darstellen.

Vom legendären Livealbum Live in Vienna bis zum größten Wien-Konzert ihrer Karriere spannt sich damit ein Bogen über mehr als 30 Jahre Rockgeschichte – und Wien bleibt ein fester Bestandteil der Geschichte der Böhsen Onkelz.

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