von ih 09.03.2026 13:45 Uhr

Hotelier kritisiert Bettenstopp: „Politik bremst Tourismus aus“

Die Diskussion rund um den geplanten Bettenstopp im Südtiroler Tourismus sorgt weiterhin für Kritik aus der Branche. Der Oberegger Hotelier und Gemeinderat Christoph Kofler sieht in der Maßnahme einen massiven Eingriff in unternehmerische Entscheidungen und warnt vor negativen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.

Symbolbild von Olya Adamovich auf Pixabay

Wie Christoph Kofler erklärt, habe die Gemeinde Deutschnofen bereits vor Jahren ein Tourismuskonzept verabschiedet. Dieses sehe moderate Erweiterungen bestehender Betriebe sowie punktuell neue Beherbergungsbetriebe vor. Ein Großteil der vorgesehenen Betten sei dabei ausdrücklich für bestehende Häuser gedacht.

Der Hintergrund sei wirtschaftlicher Natur: Kleinere Betriebe hätten es künftig zunehmend schwer, rentabel zu arbeiten. Investitionen in Qualität, Modernisierung und Weiterentwicklung seien daher oft nur möglich, wenn ein Betrieb eine bestimmte Größe erreiche. „Wer langfristig bestehen und den Betrieb an die nächste Generation übergeben will, muss investieren können“, so Kofler.

Der Hotelier schildert auch die eigenen Erfahrungen seiner Familie mit einem Erweiterungsprojekt beim „Hotel Maria“ in Obereggen. Das Genehmigungsverfahren habe sich über drei Jahre hingezogen und zahlreiche Auflagen sowie zusätzliche Planungen mit sich gebracht. Als schließlich 2020 alle Genehmigungen vorlagen, stoppte die Covid-Pandemie das Projekt. Als der Tourismus 2022 wieder anlief, hätten stark gestiegene Bau- und Finanzierungskosten eine komplette Überarbeitung des Projekts notwendig gemacht. Erst im Juli 2024 konnte mit dem Bau begonnen werden – in mehreren Etappen.

Gerade solche schrittweisen Erweiterungen würden durch den Bettenstopp künftig erschwert, kritisiert Kofler. Die Maßnahme sei in Bozen beschlossen worden, obwohl es innerhalb der Branche erhebliche Bedenken gegeben habe. Viele Betriebe stünden nun unter Zeitdruck, noch vor Inkrafttreten der Regelung im September 2026 zu bauen, um bereits getätigte Investitionen nicht zu verlieren.

Kofler fordert stattdessen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen. Südtirol brauche auch künftig konkurrenzfähige Tourismusbetriebe, die international mithalten können. Zudem weist er Vorwürfe zurück, der Tourismus sei Hauptverursacher von Verkehrsproblemen oder der angespannten Wohnsituation. Diese hätten seiner Ansicht nach vor allem infrastrukturelle und politische Ursachen.

Kritisch sieht der Hotelier auch die zunehmende Zentralisierung von Entscheidungen. Ursprünglich habe das Raumordnungsgesetz vorgesehen, dass Gemeinden selbst über die Entwicklung des Tourismus entscheiden. Heute würden jedoch viele Vorgaben in Bozen getroffen, während Gemeinden und Touristiker mit den Konsequenzen umgehen müssten.

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