Historischer Söleshof verliert Denkmalschutz

Der Söleshof zählt zu den wenigen historischen Hofstellen außerhalb der Stadtmauern von Glurns. Seine ältesten Bauteile reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Gerade diese über viele Generationen hinweg gewachsene Baugeschichte verleiht dem Gebäude nach Ansicht von Fachleuten einen besonderen kulturhistorischen Wert. Solche Höfe geben Einblick in die Lebenswelt vergangener Generationen – von Wohnformen über religiöse Traditionen bis hin zu alltäglichen Arbeits- und Lebensweisen.
„Der Söleshof zeigt eindrucksvoll, wie über Generationen hinweg gebaut und weitergelebt wurde. Solche Gebäude sind keine austauschbaren Baukörper, sondern gewachsene Orte mit großer kultureller Bedeutung für unser Land“, erklärt Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol.
Anerkennung für Entscheidung der Landesregierung
Die Heimatpflegeorganisationen würdigen zugleich die ursprüngliche Entscheidung der Landesregierung und des Landesdenkmalamtes, den Hof im Oktober 2025 unter Schutz zu stellen. Diese Maßnahme sei ein wichtiges Signal für einen verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz gewesen.
„Gerade im Vinschgau sind solche historischen Hofstellen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft“, betont Franz Fliri, Bezirksobmann des Heimatpflegebezirks Vinschgau. Häufig zeige sich erst bei genauerer Betrachtung, dass auch scheinbar unscheinbare Gebäude wertvolle historische Substanz enthalten. Bauten wie der Söleshof seien daher mehr als alte Häuser – sie seien Zeugnisse einer über Jahrhunderte gewachsenen Bau- und Kulturlandschaft.
Brand im Jahr 2020
Der Hof war im Jahr 2020 bei einem Brand teilweise beschädigt worden. Dennoch weisen Fachleute darauf hin, dass historische Gebäude häufig eine große bauliche Robustheit besitzen und grundsätzlich erhalten werden können.
Für Jürgen Wallnöfer, Obmann des Heimatpflegevereins Glurns, steht deshalb viel auf dem Spiel: „Der Söleshof ist ein außergewöhnliches Beispiel bäuerlicher Baukultur im Obervinschgau. Sein Verlust wäre nicht nur für Glurns, sondern für die gesamte Region ein schmerzlicher Verlust.“
Die Heimatpflegeorganisationen hoffen nun, dass weiterhin nach Möglichkeiten gesucht wird, den kulturhistorisch wertvollen Hof zu erhalten. Der Umgang mit historischer Bausubstanz sei letztlich eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung – denn Gebäude wie der Söleshof seien Teil des kulturellen Erbes und damit von Bedeutung für die gesamte Gemeinschaft.






