von lif 05.03.2026 08:54 Uhr

Iran setzt Angriffe auf Israel fort, Explosionen in Teheran

Der Iran hat seine Angriffe auf Israel auch in der Nacht auf Donnerstag fortgesetzt. Die israelischen Streitkräfte alarmierten wegen iranischer Raketenangriffe in weniger als zwei Stunden drei Mal die Bevölkerung. In Jerusalem waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Rettungsdienste erklärten aber, es lägen keine Berichte über Verletzte vor. Im Irak griff der Iran erneut kurdische Gruppen an.

Bild: APA/AFP

In der iranischen Hauptstadt Teheran waren inzwischen Explosionen zu hören, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.

Am Mittwochabend hatten die USA angekündigt, ihre Angriffe auf den Iran auszuweiten. Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigte US-Generalstabschef Dan Caine an. Er begründete dies damit, dass der Iran im Verlauf des Krieges weniger Raketen und Drohnen abfeuere. Es würden auch weiterhin die Infrastruktur des Iran und seine Marine angegriffen.

Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an

Neben Israel haben die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen „anti-iranischer Separatisten“ zu sehen sein sollen.

US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.

Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.

Umgebung der US-Botschaft in Katar evakuiert

In Katar ist die Umgebung der US-Botschaft in Katar ist evakuiert worden. Die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte das Innenministerium des Golfstaats mit. Ihnen seien anderweitige Unterkünfte gestellt worden. Zu den Hintergründen der Evakuierung machte die Behörde zunächst keine Angaben.

Seit Beginn des Iran-Kriegs am Wochenende feuern die iranischen Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf Katar ab. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, das Ziel seien nur „US-Interessen in Katar“. Nach katarischer Darstellung trafen die Geschosse jedoch auch zivile und bewohnte Gebiete innerhalb des Landes.

Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet

Vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf ist es indessen zu einer Explosion an einem Tanker gekommen. Der Kapitän des rund 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffes habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus. Ein Brand sei zunächst nicht gemeldet worden, der Besatzung gehe es gut.

Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag beinahe zum Erliegen gebracht. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Marine werde Schiffe bei der Durchfahrt durch die für den Transport von Öl und Gas wichtige Straße von Hormuz eskortieren, falls erforderlich.

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