von veo 03.03.2026 12:39 Uhr

Zimmerhofer fordert Energieautarkie

Nach den jüngsten Angriffen der USA und Israels auf den Iran steigen die Energiepreise erneut deutlich an. Die Süd-Tiroler Freiheit verlangt deshalb rasche Schritte zur Energieautarkie und eine eigene Preisregulierungsbehörde für Südtirol.

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Energiepreisschock durch Nahost-Krise

Die jüngsten Angriffe der Vereinigte Staaten von Amerika und Israel auf den Iran haben zu einem kräftigen Anstieg der Gas- und Ölpreise geführt. Infolge dieser Entwicklung sind die Gaspreise um 45 Prozent gestiegen. Da in Italien die Strompreise direkt an den Gaspreis gekoppelt sind, verteuert sich damit auch der Strom spürbar.

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Bernhard Zimmerhofer, fordert die Landesregierung daher erneut auf, sofortige und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Energieautarkie des Landes schnellstmöglich zu erreichen. Ziel sei es, Südtirol krisenunabhängiger zu machen.

Als besonders besorgniserregend bezeichnet Zimmerhofer das Szenario einer möglichen Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Diese zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten für die weltweite Ölversorgung. Eine Sperre hätte katastrophale Auswirkungen auf die globale Energieversorgung, insbesondere für bereits hoch verschuldete Staaten.

Solche Krisen würden in regelmäßigen Abständen auftreten. Umso unverständlicher sei es, dass bislang keine ausreichenden Gegenmaßnahmen gesetzt worden seien. Hohe Energiepreise seien hauptverantwortlich für steigende Lebenshaltungskosten sowie für den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe.

Südtirol als Nettoexporteur – Forderung nach eigener Preisregulierung

Zimmerhofer verweist darauf, dass Südtirol jährlich zwischen 6,8 und 8,6 TWh Strom aus erneuerbaren Quellen – primär aus Wasserkraft – erzeugt (Stand 2024/2025). Dem steht ein Jahresverbrauch von rund 3,1 TWh gegenüber. Südtirol ist somit Nettoexporteur von grünem Strom und deckt seinen Eigenbedarf mehr als doppelt ab. Dennoch kritisiert Zimmerhofer, dass Südtirol mitunter zu den höchsten Strompreisen in Europa zähle.

Der Abgeordnete fordert daher neben dem schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auch die Umsetzung der vollständigen Energieautarkie Südtirols sowie die Einrichtung einer eigenen Energiepreisregulierungsbehörde. Die rechtliche Möglichkeit einer solchen Behörde werde von renommierten Rechtswissenschaftlern wie Peter Hilpold von der Universität Innsbruck und Paolo Piva von der Universität Padua bestätigt.

Mit ihren Forderungen sieht sich die Süd-Tiroler Freiheit im Einklang mit dem Südtiroler Energieverband (SEV). Dieser setzt sich für eine klimaneutrale, bürgernahe und demokratische Energiewirtschaft ein. Um diese Ziele zu erreichen, müssten sämtliche lokalen erneuerbaren Energieträger konsequent genutzt und weiter ausgebaut werden. Voraussetzung dafür sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden.

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