von veo 03.03.2026 09:59 Uhr

VZS rät zu sorgfältigem Tarifvergleich bei Strom und Gas

Der aktuelle Tarifvergleich der Verbraucherzentrale Südtirol zeigt eine große Vielfalt an Angeboten auf dem Energiemarkt. Besonders bei variablen Tarifen und Nebenkosten lohnt sich ein genauer Blick auf die Vertragsbedingungen.

Symbolfoto: © Uwe Schlick / pixelio.de

Energietarife im Vergleich

Auch in diesem Jahr hat die Verbraucherzentrale Südtirol einen Vergleich der Strom- und Gastarife durchgeführt. Grundlage waren Daten des Vergleichsportals der Regulierungsbehörde ARERA (www.ilportaleofferte.it). Zusätzlich wurden bei lokalen Anbietern deren eigene Vergleichstabellen herangezogen.

Beim Stromvergleich wurde ein Musterhaushalt in Bozen mit einem Jahresverbrauch von 2.700 kWh und einer Anschlussleistung von 3 kW berücksichtigt. Die untersuchten Tarife sind ausschließlich variable Angebote mit indexiertem Preis, bei denen sich die Kosten anhand des nationalen Einheitspreises (PUN) monatlich anpassen. Angebote mit Festpreisen für zwölf Monate wurden in dieser Erhebung nicht berücksichtigt.

Der günstigste Stromtarif lag bei 674,14 Euro pro Jahr, angeboten von Energia Locale Srl, gefolgt vom sogenannten Tarif des „graduellen Schutzes“ mit etwa 693,12 Euro jährlich. Dieser Tarif konnte bis 30. Juni 2024 neu gewählt werden und ist derzeit nicht mehr aktivierbar. Bestehende Kunden können diesen Tarif jedoch bis mindestens 1. Juli 2027 beibehalten. Für Südtirol wurde dafür Enel Energia als Anbieter ausgewählt.

Auf dem freien Markt schwanken die Stromkosten erheblich: Während einige Angebote bei rund 675 Euro pro Jahr liegen, können andere über 950 Euro pro Jahr kosten – ein Unterschied von fast 300 Euro jährlich. Auch für schutzbedürftige Kunden liegt der geschätzte Tarif derzeit bei rund 693,38 Euro pro Jahr. Berechtigte Kunden können jederzeit in diesen Tarif wechseln, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen.

Gaspreise: Sparpotenzial vorhanden, aber Fixkosten beachten

Auch im Gasbereich zeigt die Untersuchung, dass Einsparungen möglich sind, jedoch nur wenige freie Marktangebote günstiger sind als der Tarif für schutzbedürftige Kunden. Für einen Bozner Haushalt mit einem Verbrauch von 1.400 Sm³ pro Jahr (Heizung, Warmwasser und Kochen) liegen die geschätzten Kosten beim Schutztarif bei etwa 1.440 Euro jährlich.

Der günstigste untersuchte variable Tarif auf dem freien Markt liegt bei 1.414,89 Euro pro Jahr. Andere Angebote können hingegen deutlich teurer sein und über 2.000 Euro jährlich liegen. Besonders wichtig ist die Beachtung der jährlichen Fixkosten, da diese den Endpreis stark beeinflussen können. Einige Anbieter verlangen Fixkosten von bis zu 700 bis 800 Euro jährlich.

Viele Haushalte nutzen derzeit noch den sogenannten „PLACET in deroga“-Tarif. Während dieser bis Ende 2025 noch gewisse Einsparungen ermöglichen konnte, ist dies seit 2026 kaum mehr der Fall. Die jährlichen Kosten liegen laut Erhebung voraussichtlich zwischen 1.640,93 Euro (Alperia) und 2.079,60 Euro (Selgas). Da es sich weiterhin um variable Preise handelt, können die tatsächlichen Kosten höher ausfallen.

Tipps der Verbraucherzentrale

Die VZS empfiehlt, Verträge niemals telefonisch abzuschließen und bei Anrufen mit angeblichen Energieversorgern vorsichtig zu sein. Persönliche Daten wie POD, PDR oder IBAN sollten niemals am Telefon weitergegeben werden. Bei Fernabsatzverträgen sollten Verbraucher sofort eine Vertragskopie sowie die technischen und wirtschaftlichen Bedingungen anfordern. In diesem Fall besteht ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Vor einem Anbieterwechsel sollte immer überprüft werden, wie viel aktuell bezahlt wird. Vergleichsrechner sowie Analysen der Verbraucherorganisationen können bei der Entscheidung helfen. Wichtig ist auch, auf Vergleichbarkeitstabellen zu achten und nicht nur den Preis pro Verbrauchseinheit, sondern auch Nebenkosten und Vertriebskosten zu berücksichtigen.

Zusätzlich weist die VZS auf den Sozialbonus für Haushalte mit niedrigem Einkommen hin. Dieser gilt für Haushalte mit einem ISEE unter 9.796 Euro, beziehungsweise unter 20.000 Euro bei Familien mit mindestens vier Kindern. Der Bonus wird derzeit über die Einreichung der DSU für die ISEE-Berechnung beantragt; ab 2026 soll der automatische ISEE in Kraft treten.

Die VZS betont in einer Presseaussendung abschließend, dass die größte Einsparung durch die Reduktion des Energieverbrauchs erzielt werden kann. Die neue Rechnung 3.0 enthält einen Energiebeleg, der Kosten für Verbrauch, Fixkosten, Leistung und Steuern übersichtlich darstellt.

Für Fragen stehen die Berater der Verbraucherzentrale Südtirol telefonisch unter 0471 975597 oder per E-Mail unter info@verbraucherzentrale.it zur Verfügung.

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