Schnellere Hilfe bei Krebsverdacht im Kopf-Hals-Bereich

Kern der Initiative ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und HNO-Spezialisten. Stellen Zahnärzte bei Routineuntersuchungen Auffälligkeiten im Mund-, Kopf- oder Halsbereich fest, können sie diese direkt digital an ein Fachärzteteam im Krankenhaus übermitteln. In kurzer Zeit folgt eine gemeinsame Beurteilung sowie bei Bedarf eine Videokonsultation mit dem Patienten.
Hintergrund ist die vergleichsweise hohe Zahl an Neuerkrankungen in Südtirol: Mit rund 20 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt das Land über dem nationalen Durchschnitt. Problematisch sei zudem, dass etwa 70 Prozent der Patienten erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden.
Gesundheitslandesrat Hubert Messner (SVP) betonte, das Projekt sei ein Beispiel für die bessere Vernetzung zwischen wohnortnaher Versorgung und Krankenhaus. Dadurch könnten unnötige Facharztbesuche vermieden und gleichzeitig kritische Entwicklungen früher erkannt werden.
Auch für Patienten bietet das neue System Vorteile: Eine erste fachärztliche Einschätzung erfolgt schnell und unkompliziert – direkt in der Zahnarztpraxis und kostenlos. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und notwendige Abklärungen nicht länger hinauszuzögern.
Das Projekt startet als Pilotinitiative und ist Teil der Digitalisierungsstrategie des Südtiroler Sanitätsbetriebs. Langfristig erhoffen sich die Verantwortlichen eine deutlich frühere Diagnose – und damit bessere Heilungschancen für Betroffene.






