von lif 01.03.2026 11:21 Uhr

Zwischen Job und Wickeltisch: Südtirol wirbt für aktive Väter

Am heutigen Sonntag (1. März) ist Equal Care Day. Eine neue Kampagne in Südtirol will Väter ermutigen, mehr Verantwortung in der Familie zu übernehmen.

APA/dpa

Der internationale Aktionstag macht auf die ungleiche Verteilung der Sorge- und Pflegearbeit aufmerksam. In Südtirol haben die Allianz für Familie, das Forum Prävention, das Land Südtirol und der Landesbeirat für Chancengleichheit die Kampagne „Vater Kind gewinnt“ gestartet.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Frauen leisten täglich rund fünf Stunden und fünf Minuten unbezahlte Care-Arbeit. Bei Männern sind es durchschnittlich nur eine Stunde und 48 Minuten. Das sind jeden Tag über drei Stunden Unterschied. In Südtirol zeigt sich das besonders deutlich am Arbeitsmarkt: 63 Prozent der berufstätigen Mütter arbeiten in Teilzeit. Bei den berufstätigen Vätern sind es gerade einmal vier Prozent.

Die Folgen: Altersarmut bei Frauen

Diese ungleiche Verteilung hat weitreichende Konsequenzen. „Die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit hat nicht nur kurzfristige Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, sondern zieht langfristige Konsequenzen nach sich“, erklärt Christa Ladurner von der Allianz für Familie. Die Zahlen aus Südtirol sind alarmierend: Die durchschnittliche Rente von Frauen in der Privatwirtschaft liegt bei 946 Euro. Bei Männern sind es 1.761 Euro. Das ist eine Lücke von 37,6 Prozent.

„Wir möchten Mut machen“

Die Kampagne „Vater Kind gewinnt“ soll Väter ermutigen, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Wir möchten Mut machen und zeigen, dass immer mehr Väter Verantwortung übernehmen wollen. Und diese Väter verändern unsere Gesellschaft“, betonte Christa Ladurner. Ingrid Kapeller vom Forum Prävention ergänzt: „Echte Gleichstellung der Geschlechter gelingt nur, wenn Väter selbstverständlich Verantwortung für ihren Anteil an der Care-Arbeit übernehmen können. Das stärkt ihre mentale Gesundheit, schafft echte Erwerbschancen für Frauen und verbessert nachweislich die Entwicklungs- und Bildungschancen von Kindern.“

Doch viele Väter stoßen noch auf gesellschaftliche und berufliche Hürden. Selbst wenn sie mehr Verantwortung übernehmen möchten, gibt es oft Vorbehalte im Job oder im sozialen Umfeld. Begleitend zur Kampagne wurde auch eine Umfrage durchgeführt: „Vatersein in Südtirol – zwischen Wunsch & Wirklichkeit“. Die Ergebnisse sollen zeigen, wo die Diskrepanz zwischen dem Wunsch der Väter und der gelebten Realität liegt.

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