Ohne Online-Genehmigung keine Reise mehr nach England

Seit dem 25. Februar gelten für Reisen nach Großbritannien strengere Regeln. Die elektronische Einreisegenehmigung ETA (Electronic Travel Authorisation) ist nun Pflicht. Wer sie nicht hat, kommt nicht ins Flugzeug, auf die Fähre und in den Zug nach England, Schottland, Wales oder Nordirland. Bisher war die ETA bereits notwendig, wurde aber nicht konsequent kontrolliert. Das britische Innenministerium wollte den Reisenden Zeit geben, sich an die neue Regelung zu gewöhnen. Damit ist jetzt Schluss.
85 Staaten betroffen
Die ETA-Pflicht gilt für Bürger aus 85 Ländern, die bisher ohne Visum nach Großbritannien einreisen konnten. Dazu gehören alle EU-Staaten, die USA, Kanada, Australien, Japan, Brasilien und viele weitere Länder.
Ausgenommen sind nur britische und irische Staatsbürger sowie Personen mit einem unbefristeten Aufenthaltsstatus in Großbritannien. Auch wer bereits ein Visum für das Vereinigte Königreich besitzt, braucht keine zusätzliche ETA.
So funktioniert die Beantragung
Die ETA kann über die offizielle App „UK ETA“ für iOS und Android oder auf der Website der britischen Regierung unter GOV.UK beantragt werden. Benötigt werden ein gültiger Reisepass, ein digitales Passfoto und eine Zahlungsmethode. Die Gebühr beträgt 16 britische Pfund, umgerechnet etwa 19 Euro. Die meisten Anträge werden automatisch innerhalb weniger Minuten genehmigt. Die britischen Behörden empfehlen aber, mindestens drei Werktage Bearbeitungszeit einzuplanen, falls eine manuelle Prüfung nötig ist.
Eine einmal genehmigte ETA ist zwei Jahre lang gültig oder bis zum Ablauf des Reisepasses. In dieser Zeit kann man beliebig oft nach Großbritannien einreisen. Jeder Aufenthalt darf maximal sechs Monate dauern.
Wichtig: Wenn der Reisepass abläuft und man einen neuen bekommt, muss auch eine neue ETA beantragt werden, weil die Genehmigung an die Passnummer gekoppelt ist.
Das britische Auswärtige Amt warnt: „Wer ohne ETA anreist, wird bereits am Flughafen oder Hafen im Ausland nicht mitgenommen. Eine Zurückweisung an der britischen Grenze ist ebenfalls möglich.“
Vorsicht vor unseriösen Anbietern
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Beantragung nur über die offiziellen Kanäle erfolgen sollte. Es gibt kommerzielle Agenturen, die den Antrag oft für 50 bis 100 Euro extra ausfüllen. Diese Dienste sind nicht notwendig, da der Antrag direkt an dieselbe Behörde geht. Die offizielle Gebühr beträgt 16 Pfund. Wer mehr bezahlt, zahlt für einen unnötigen Service.
Großbritannien setzt auf Digitalisierung
Die britische Regierung begründet die ETA mit verbesserter Grenzsicherheit und Modernisierung des Einwanderungssystems. „Das ETA-System gibt uns mehr Möglichkeiten, Personen, die eine Gefahr darstellen, an der Einreise zu hindern“, erklärte Migrationsminister Mike Tapp.
Bis September 2025 hatten bereits über 19 Millionen Menschen eine ETA beantragt. Das System brachte bis Januar 2026 über 383 Millionen Pfund ein, die in die Verbesserung des Grenz- und Einwanderungssystems reinvestiert wurden.






